Der Status von Work-Life-Wellbeing 2027
Warum Ihre KI-Strategie einen Human-First-Ansatz benötigt
Zentrale Ergebnisse
Die KI-Kompetenz spaltet die Belegschaft
Wir haben weltweit 5.021 Vollzeitbeschäftigte befragt und ein neues Framework entwickelt, um zu verstehen, wie KI das Wohlbefinden verändert: den AI Fluency Score. Allen Befragten wurde – auf Grundlage ihrer aktuellen KI-Nutzung, ihres Selbstvertrauens im Umgang mit KI sowie ihrer Zustimmung zu mehreren Aussagen zur KI-Kompetenz – ein Wert von 0 bis 9 zugewiesen.
Die Belegschaft teilt sich in drei KI-Nutzergruppen auf
KI-Nutzergruppen unter den Beschäftigten, basierend auf der Wellhub-Studie zum Work-Life-Wellbeing 2027
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 26 % | haben KI-Tools noch nicht genutzt oder nur ausprobiert und fühlen sich im Umgang damit meist unsicher. |
| KI-Anwender:innen | 32 % | nutzen KI bereits regelmäßig, sind im Umgang damit aber noch nicht wirklich routiniert. |
| KI-Pionier:innen | 41 % | setzen KI als festen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit ein und unterstützen auch aktiv ihre Kolleg:innen dabei. |
Wichtige Erkenntnisse
KI-Kompetenz wird zur Trennlinie beim Wohlbefinden. Beim Wohlbefinden am Arbeitsplatz spaltet sich die Belegschaft nicht mehr primär nach Alter oder Position. Entscheidend ist heute, wie intensiv Beschäftigte KI nutzen und wie sicher sie sich dabei fühlen: Beides lässt Rückschlüsse auf Burnout-Risiko, Arbeitsplatzsicherheit und Resilienz zu.
Wer die KI-Einführung vorantreibt, trägt die größte Last. Beschäftigte, die den Einsatz von KI im Unternehmen aktuell maßgeblich gestalten, berichten am häufigsten von täglichen Burnout-Symptomen und dem stärksten Anstieg ihres Arbeitspensums. Die Last liegt damit vor allem bei den Pionier:innen.
Entscheidend ist, sich gut vorbereitet zu fühlen, nicht die Nutzungsdauer. Ob Beschäftigte resilient sind, hängt weit stärker davon ab, ob sie Zeit und Unterstützung beim Aufbau ihrer KI-Kompetenz bekommen haben, als davon, wie lange sie KI nutzen. Resilienz lässt sich also gezielt fördern: Unternehmen können die passenden Rahmenbedingungen schaffen.
Eine klare KI-Richtlinie wirkt wie ein Wellbeing-Benefit. Beschäftigte, die die KI-Richtlinie ihres Unternehmens verstehen, sind deutlich resilienter, unabhängig davon, wie erfahren sie selbst im Umgang mit KI sind. Klare Regeln geben also auch Halt und sind damit eine Form psychologischer Unterstützung.
Wellbeing und Mitarbeiterbindung gehören im KI-Zeitalter zusammen. Gerade die Beschäftigten, auf die es im KI-Zeitalter am meisten ankommt, wechseln ohne Unterstützung beim Wohlbefinden am ehesten das Unternehmen. Wer Mitarbeitende halten will, muss deshalb auch in deren Wohlbefinden investieren.
Vorwort
Vor einem Jahr standen Unternehmen bei der Einführung von KI noch ganz am Anfang, und die Debatte über die Auswirkungen dieser neuen Technologie auf die Arbeitswelt war weitgehend theoretisch. Würde sie Arbeitsplätze ersetzen? Würde sie uns schneller machen? Niemand wusste genau, wie sich der Arbeitsalltag mit KI tatsächlich anfühlen würde. Diese Diskussion ist vorbei. Beschäftigte wissen heute genau, wie es sich anfühlt, weil sie es tagtäglich erleben: engere Fristen, höhere Erwartungen und eine größere Informationsfülle, während sich die Arbeit von der reinen Ausführung hin zu Urteilsfähigkeit und Qualitätssicherung verlagert.
Um zu verstehen, wie sich dieser Wandel konkret auf die Menschen auswirkt, hat Wellhub mehr als 5.000 Vollzeitbeschäftigte in zehn Ländern weltweit befragt und für die diesjährige Studie ein neues Framework entwickelt: den AI Fluency Score. Er unterteilt die Belegschaft auf Grundlage der Intensität ihrer KI-Nutzung und ihres Selbstvertrauens im Umgang mit KI in drei Gruppen: Einsteiger:innen, Anwender:innen und Pionier:innen. Das Ergebnis: eine Belegschaft, die entlang einer Trennlinie gespalten ist, die bislang kaum jemand im Blick hatte. KI-Kompetenz ist heute ein aussagekräftiger Indikator für Burnout, Arbeitsplatzsicherheit und Resilienz.
Genau die Beschäftigten, die die KI-Nutzung in ihren Unternehmen vorantreiben – die Pionier:innen –, tragen auch die größte Last. Sie berichten von der stärksten Arbeitsverdichtung und der höchsten täglichen Burnout-Belastung aller Gruppen. Oft schulen sie nebenbei Kolleg:innen, nicht selten unvergütet und ungeplant. Dennoch bewerten sie ihr Wohlbefinden in körperlicher, mentaler und sozialer Hinsicht besser als Kolleg:innen mit geringerer KI-Kompetenz. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens warten Pionier:innen nicht darauf, dass der Druck nachlässt. Sie wissen, dass ein gutes Wohlbefinden sie besser für die Anforderungen der KI-Transformation rüstet, und setzen entsprechend Prioritäten: 41 % von ihnen bauen mindestens einmal täglich eine Wellbeing-Aktivität in ihren Arbeitstag ein, bei den KI-Einsteiger:innen sind es 24 %. Zweitens stehen sie damit nicht allein da. 60 % geben an, dass ihre Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt, bei den Einsteiger:innen sind es 31 %. Ein möglicher Grund: Pionier:innen haben schlicht die besseren Führungskräfte – solche, die sie durch den KI-Wandel begleiten und gleichzeitig ihr Wohlbefinden im Blick behalten.
Dieser Unterschied zwischen einer Unterstützung, von der Führungskräfte oder Unternehmen nur annehmen, dass sie existiert, und einer, die bei den Beschäftigten tatsächlich ankommt, zieht sich durch die diesjährigen Ergebnisse. Beschäftigte in Unternehmen mit einer klaren, gut kommunizierten KI-Richtlinie berichten fast doppelt so häufig von hoher Resilienz wie diejenigen, die nicht sicher sind, ob überhaupt eine Richtlinie existiert (77 % gegenüber 39 %). Eine klare KI-Richtlinie macht transparent, was von den Beschäftigten erwartet wird – nicht nur, was technisch erlaubt ist. Sie wird so lange kommuniziert und vorgelebt, bis sie im Alltag verankert ist. Den Unterschied macht also nicht das Dokument selbst, sondern die Frage, ob es verständlich vermittelt wurde und ob Führungskräfte es vorleben. Eine Richtlinie, von der niemand gehört hat, nützt Beschäftigten genauso wenig wie eine nicht vorhandene. Das Gleiche gilt für die Unterstützung des Wohlbefindens: Wellbeing ist weit mehr als ein Punkt auf einer Benefits-Liste.
87 % der Beschäftigten geben an, bessere Leistungen zu erbringen, wenn sie ihr Wohlbefinden priorisieren. Besonders brisant: Gerade die Pionier:innen, deren Fähigkeiten sich am schwersten ersetzen lassen, zeigen die höchste Wechselbereitschaft, falls die Unterstützung für ihr Wohlbefinden wegfällt. Es sind also genau die Menschen, auf die ein Unternehmen am wenigsten verzichten kann.
Wir haben gemessen, was passiert, wenn die Unterstützung des Wohlbefindens tatsächlich im Unternehmen verankert ist. Beschäftigte in Unternehmen mit Wellhub berichten in jeder gemessenen Dimension des Wohlbefindens – Schlaf, Unternehmenskultur, Resilienz sowie mentale und körperliche Gesundheit – von besseren Werten als Beschäftigte ohne Wellhub. Auch die Verantwortlichen für Corporate Benefits sehen die positiven Effekte: sinkende Gesundheitskosten, höhere Produktivität und eine stärkere Bindung der Mitarbeitenden. Dafür musste die KI-Transformation nicht gebremst werden. Es genügte, parallel eine Infrastruktur aufzubauen, die das Wohlbefinden der Belegschaft aktiv fördert.
KI wird nicht darauf warten, dass Unternehmen aufholen. Doch der entscheidende Wettbewerbsvorteil liegt nicht bei denjenigen, die sie am schnellsten einführen, sondern bei denjenigen, die für das Wohlbefinden der Menschen sorgen, die KI nutzen. Die diesjährigen Daten zeigen: Hohes Tempo und Fürsorge für das Team schließen sich nicht aus. Beides gehört zur selben strategischen Entscheidung – und ist die Grundlage für nachhaltigen Erfolg, unabhängig von technologischem Wandel und geschäftlichen Herausforderungen.
1Der neue Arbeitsrhythmus: KI, Beschleunigung und ständig erreichbare Mitarbeitende
Die meisten Arbeitswochen enden heute so, wie es früher nur in absoluten Hochphasen üblich war: noch eine Benachrichtigung nach dem Abendessen, noch eine Frage, die angeblich „nur ganz kurz dauert“, noch ein Browser-Tab, der lange nach Feierabend geöffnet bleibt. Was früher die Ausnahme war, etwa in einer Launch-Woche oder zum Quartalsabschluss, ist für einen wachsenden Teil der Belegschaft ein ganz normaler Dienstag. Und das ausgerechnet jetzt, da Unternehmen hören, KI werde die Arbeit endlich leichter machen.
Zwischen diesem Versprechen und dem tatsächlichen Alltag der Menschen klafft eine Lücke. Mit ihr beschäftigt sich dieses Kapitel. Denn eines hat sich durch all das nicht verändert: der Mensch, der die Arbeit leistet. Menschen brauchen nach wie vor Bewegung, Erholung, gesunde Ernährung und zwischenmenschlichen Kontakt. Diese Grundbedürfnisse prägen seit Jahrhunderten, wie wir arbeiten. Verändert hat sich das Tempo, in dem sich die Arbeit um diese Bedürfnisse herum bewegt. KI verdichtet Abläufe und schraubt die Erwartungen an ein „normales“ Tagespensum schneller nach oben als jede frühere Veränderung der Arbeitswelt. Und sie tut das, bevor die meisten Unternehmen die Rahmenbedingungen angepasst haben, die Beschäftigte brauchen, um mitzuhalten. Stress, Burnout und emotionale Distanz sind deshalb kein Phänomen, das in diesem Jahr plötzlich in den Mitarbeiterbefragungen auftaucht. Sie sind die absehbare Folge, wenn man dem Körper dauerhaft mehr abverlangt, als er leisten kann.
1.1Erholung und Verbundenheit sind biologische Grundbedürfnisse
Beginnen wir beim Fundament: dem Schlaf. Erwachsene brauchen pro Nacht sieben bis neun Stunden, um sich körperlich und geistig vollständig zu erholen. Wer regelmäßig so viel schläft, verfügt nachweislich über eine bessere Gedächtnisleistung sowie eine stärkere Impulskontrolle als jemand mit Schlafmangel (National Sleep Foundation / American Academy of Sleep Medicine; Sleep Health). Ein Unternehmen, das auf eine übermüdete Belegschaft setzt, verlässt sich also auf Menschen, die nachweislich schlechtere Entscheidungen treffen, und zwar gerade bei den Aufgaben, auf die es ankommt. Schlaf ist daher eine strukturelle Voraussetzung für gutes Urteilsvermögen und mehr als nur ein Haken auf der Wellbeing-Checkliste.
Mit sozialer Verbundenheit verhält es sich ähnlich, auch wenn sie oft übergangen wird. Chronische Einsamkeit belastet den Körper ungefähr so stark wie 15 Zigaretten am Tag. Fehlende soziale Nähe erhöht zudem das Risiko für Herzerkrankungen um 29 % und für Schlaganfälle um 32 % (U.S. Surgeon General, „Our Epidemic of Loneliness and Isolation“). Neben einer Zahl zum Schlaf wirkt eine Schlaganfall-Statistik, als stamme sie aus einer ganz anderen Studie, nämlich aus einer zum öffentlichen Gesundheitswesen und nicht zur Arbeitskultur. Genau da liegt das Problem: Die wenigsten Führungskräfte sehen den Zusammenhang. Würde das Schlaganfallrisiko in einer bestimmten Abteilung im Unternehmen um 32 % steigen, würde sofort eine Arbeitsschutzprüfung folgen. Einsamkeit birgt dasselbe Risiko, nur bleibt es unbemerkt. Sie verdient dieselbe Behandlung: nicht als nettes Extra für die Unternehmenskultur, sondern als nachweisbares Gesundheitsrisiko.
Auch der Blick über Jahrzehnte bestätigt dies. Die Harvard Study of Adult Development, eine der am längsten laufenden Langzeitstudien zum Erwachsenenleben, kam zu einem klaren Ergebnis: Wie zufrieden Menschen mit 50 Jahren in ihren Beziehungen waren, sagte ihre Gesundheit mit 80 verlässlicher voraus als ihr Cholesterinspiegel oder jeder andere Gesundheitswert, den die Forschenden im mittleren Alter erhoben hatten. Soziale Verbundenheit erwies sich also als aussagekräftiger als die Biomarker, auf die die Medizin vor allem schaut. Das überrascht, und es zeigt deutlich: Soziale Verbundenheit ist keine „weiche“ Größe neben der körperlichen Gesundheit, sondern einer ihrer verlässlichsten Indikatoren.
Neu ist das alles nicht. Neu ist, dass das heutige Arbeitstempo kaum noch Raum für beides lässt. Für Unternehmen, die Erholung und soziale Kontakte weiterhin als Privatsache statt als Leistungsfaktor sehen, wird das unbemerkt zu einem teuren Problem.
1.2KI sollte Zeit zurückgeben, doch sie kostet Zeit
So viel Überlastung gibt es schon, bevor KI überhaupt ins Spiel kommt: 85 % der HR-Verantwortlichen sagen, dass Informationsflut am Arbeitsplatz die mentale Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigt (Wellhub, Wellbeing-ROI 2026). Auch aus Sicht der Beschäftigten ergibt sich ein ähnliches Bild: 42 % berichten, dass ihr Arbeitsstress in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen ist. Dass das keine abstrakte Zahl ist, zeigt der Blick auf den Arbeitstag selbst: Während der Kernarbeitszeit werden Beschäftigte alle zwei Minuten unterbrochen, im Durchschnitt 275-mal pro Tag (Microsoft, 2025 Work Trend Index). Jede Unterbrechung kostet etwas: Nach einer größeren Störung dauert es im Schnitt 23 Minuten und 15 Sekunden, bis die volle Konzentration zurückkehrt (Gloria Mark, UC Irvine). Auf einen ganzen Arbeitstag gerechnet, haben die acht Stunden im Kalender kaum noch etwas mit den acht Stunden gemeinsam, die tatsächlich für konzentriertes Arbeiten bleiben.
KI sollte einen Teil dieser Zeit zurückgeben, so lautete das Versprechen. Doch 30 % der Beschäftigten sagen, dass ihr Arbeitspensum durch den Einsatz von KI in ihrem Unternehmen gestiegen statt gesunken ist. KI nimmt Arbeit nicht einfach ab: Zu den bestehenden Aufgaben kommt eine zusätzliche Ebene aus Prompten, Prüfen und Kontrollieren hinzu, und diese Aufgaben müssen weiterhin in dieselben acht oder neun Stunden passen. Das Tool und der Arbeitstag folgen schlicht unterschiedlichen Logiken. Ein Werkzeug, das eine einzelne Aufgabe beschleunigt, schützt nicht die Aufmerksamkeit, die diese Aufgabe weiterhin braucht. Eine schnellere Aufgabe bedeutet deshalb nicht automatisch einen entspannteren Tag. Und in einem Arbeitsalltag, der durch Hunderte von Unterbrechungen ohnehin zerstückelt ist, bringt sie womöglich gar keine Entlastung. Wer in der HR KI-Tools mit dem Versprechen von Zeitersparnis eingeführt hat, sollte dieses Versprechen mit dem Feedback der Beschäftigten abgleichen, statt davon auszugehen, dass Versprechen und Ergebnis dasselbe sind.
KI erhöht die Arbeitsbelastung, die sie eigentlich verringern sollte
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Inwiefern stimmen Sie der Aussage zu: „Der Einsatz von KI in meinem Unternehmen hat meine Arbeitsbelastung eher erhöht als verringert“?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Stimme voll und ganz zu | 11 % | STIMME ZU |
| Stimme zu | 19 % | STIMME ZU |
| Stimme eher zu | 23 % | — |
| Stimme eher nicht zu | 19 % | — |
| Stimme nicht zu | 15 % | — |
| Stimme überhaupt nicht zu | 13 % | — |
1.3Schlankere Teams fangen die Beschleunigung auf
Der andere Teil der von KI angetriebenen Entwicklung betrifft nicht die Arbeitsstunden, sondern den Personalbestand. 41 % der Arbeitgeber erwarten einen Stellenabbau, weil KI Aufgaben automatisiert, die bisher Menschen erledigt haben (World Economic Forum, The Future of Jobs Report 2025). Das ist weniger eine Prognose als ein Trend, der bereits in vollem Gange ist: Allein in der ersten Hälfte des Jahres 2026 wurden weltweit fast 154.000 Stellen in der Tech-Branche abgebaut. Damit könnte die Zahl des gesamten Jahres 2025 (246.000) übertroffen werden, wobei KI häufig als Hauptgrund genannt wird (Layoffs.fyi, zitiert nach Gulf News)
Dabei lohnt sich ein genauer Blick darauf, was ein Stellenabbau in einem Unternehmen bewirkt, das gleichzeitig KI einführt: Es entfällt nicht nur eine Stelle. Die Arbeit, die diese Person bisher geleistet hat, wird auf die verbleibenden Beschäftigten verteilt, und das ausgerechnet dann, wenn KI die Erwartungen an den „Output“ ohnehin nach oben schraubt. Wer nach einer Umstrukturierung bleibt, muss mehr und schneller arbeiten, und das mit weniger Menschen, die sich die Last teilen. Zwei Entwicklungen treffen also zugleich auf dieselbe Person. Diese Kombination zeigt sich meist zuerst in den Burnout-Zahlen, lange bevor jemand kündigt.
1.4Die Grenzen des Arbeitstags verschwimmen
Zu diesen beiden Entwicklungen kommt eine dritte hinzu: Die Grenzen, die früher Beginn und Ende des Arbeitstags markierten, verschwimmen zunehmend. Die Chat-Aktivität außerhalb der regulären Arbeitszeit ist im Vergleich zum Vorjahr um 15 % gestiegen. Beschäftigte verschicken im Schnitt 58 Nachrichten vor oder nach Feierabend. Meetings nach 20 Uhr haben gegenüber dem Vorjahr um 16 % zugenommen, und 30 % der Meetings erstrecken sich inzwischen über mehrere Zeitzonen, acht Prozentpunkte mehr als noch 2021 (Microsoft, 2025 Work Trend Index).
Einzeln betrachtet wirkt jede dieser Zahlen wie eine organisatorische Randnotiz. Zusammen zeigen sie jedoch ein größeres Bild: Der Arbeitstag endet nicht mehr zu einer festen Zeit, sondern dehnt sich schleichend in Stunden aus, die früher tabu waren, und zwar nicht wegen formaler Regeln, sondern aus Gewohnheit. Gerade diese Stunden bräuchte eine Belegschaft, die ohnehin zu wenig schläft und zu wenig sozialen Kontakt hat, wie die Daten zu Beginn dieses Kapitels zeigen, um beides wieder aufzubauen. Arbeit wird also nicht nur länger. Sie verdrängt genau die Erholungsphasen, die Menschen am dringendsten brauchen, und das ausgerechnet dann, wenn sie am wichtigsten wären.
1.5Was das für die Belegschaft bedeutet
Betrachtet man die drei Entwicklungen zusammen, wird ein Muster sichtbar, das mehr ist als die Summe seiner Teile. Straffere Zeitpläne, schlankere Teams und ein Arbeitstag ohne klare Grenzen bestimmen 2026 bereits die Debatte um das Wohlbefinden am Arbeitsplatz, und das, obwohl die Technologie hinter diesen Trends als Entlastung vermarktet wird (Global Wellness Institute, „Workplace Wellbeing Initiative Trends for 2026“). Für immer mehr Beschäftigte ist das keine kurze Spitze in einem schwierigen Quartal. Es ist der neue Rhythmus der Arbeit: schnell, unsicher und ohne absehbares Ende des Drucks.
Dieser Druck trifft aber nicht alle gleich. Genau hier wird aus der allgemeinen Bestandsaufnahme ein konkreter Ansatzpunkt für HR: Wie stark Beschäftigte belastet sind, hängt maßgeblich davon ab, wo sie im Umgang mit KI stehen. 26 % unserer Befragten sind noch KI-Einsteiger:innen. 32 % zählen zu den KI-Anwender:innen: Sie sind schon weiter, werden aber erst nach und nach sicherer. 41 % sind KI-Pionier:innen und setzen KI fest in ihrem Arbeitsalltag ein. Diese Einteilung sagt mehr über die tatsächliche Belastung aus als Betriebszugehörigkeit oder Rolle. Sie ist das Raster, mit dem diese Studie erklärt, warum dieselbe Technologie für die einen eine Entlastung ist und für die Kolleg:innen am Nebentisch eine zusätzliche Bürde.
1.6Perspektive: Mita Mallick
Ich coache seit Jahren Führungskräfte, deren beste Leute zugleich die erschöpftesten sind. Dabei ist mir ein Muster aufgefallen: Sobald ein Unternehmen aufhört, das Ende des Arbeitstags als Grenze zu verteidigen, und es verhandelbar werden lässt, verschiebt sich das Kalkül der Menschen. Zunächst geschieht das nicht dramatisch, sondern als leise Erkenntnis: Wer länger bleibt, kommt weiter, und wer pünktlich geht, wirkt, als nehme er die Arbeit nicht ernst. Die Zahlen in diesem Kapitel (15 % mehr Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit, 16 % mehr Meetings nach 20 Uhr, ein Arbeitstag ohne klare Grenzen) sind das Fundament dieser Verschiebung. Es gibt keinen einzelnen Moment, in dem sich das entscheidet. Es sind tausend kleine Augenblicke, in denen Bleiben zum Weg des geringsten Widerstands wird und Gehen einer Erklärung bedarf. Menschen, die um 21 Uhr noch Nachrichten beantworten, tun das nicht, weil die Arbeit es verlangt, sondern weil sie gelernt haben, dass ständige Erreichbarkeit längst als Teil des Jobs gilt, auch wenn die Arbeit selbst sie gar nicht braucht.
Das sage ich den Führungskräften, die ich coache: Der Arbeitstag ohne Grenzen macht Sie nicht produktiver. Er erschwert es, die Menschen zu halten, die Sie nicht verlieren dürfen. Jede Stunde nach 18 Uhr, die ein Unternehmen nicht mehr schützt, ist keine gewonnene Stunde. Sie wird dem Teil des Lebens genommen, der Menschen überhaupt erst leistungsfähig macht: Schlaf, Zeit mit den Liebsten, der mentale Freiraum, an etwas anderes als den Job zu denken. Das zeigen auch Gallup-Studien. Einer der stärksten Einflussfaktoren dafür, ob Beschäftigte bleiben, ist das Gefühl, dass die Führungskraft ihnen hilft, ihre Arbeitslast zu bewältigen, statt ihnen nur Aufgaben zu übertragen. Was keine Grenzen hat, lässt sich nicht steuern. Der schnellste Weg zu mehr Mitarbeiterbindung ist deshalb nicht, noch ein Gesundheitsangebot einzuführen. Er besteht darin, selbst als Erste oder Erster pünktlich Feierabend zu machen, „keine Meetings außerhalb der Arbeitszeit“ in die Teamregeln aufzunehmen und diese Grenze so sichtbar zu verteidigen, dass das Team sie nicht mehr für eine bloße Empfehlung hält. Wenn in Ihrem Unternehmen diejenigen am schnellsten aufsteigen, die das vorleben, lässt sich alles andere (E-Mails, Slack, der kulturelle Druck, ständig erreichbar zu sein) viel leichter ausblenden.
2Wie KI die Belegschaft verändert
Wer zehn Personen im selben Unternehmen fragt, wie KI ihre Arbeit verändert, bekommt oft zehn verschiedene Antworten. Das liegt nicht daran, dass sich die Technologie im Laufe des Jahres gewandelt hätte, sondern daran, dass „die Belegschaft“ nie eine homogene Masse war. Um zu verstehen, wie KI das Wohlbefinden neu prägt, führt die Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027 eine eigens dafür entwickelte Segmentierung ein: den AI Fluency Score. Alle 5.021 befragten Vollzeitbeschäftigten erhielten einen Wert von 0 bis 9. Er basiert auf ihrer aktuellen KI-Nutzung, ihrem Selbstvertrauen im Umgang mit KI und ihrer Zustimmung zu mehreren Aussagen zur eigenen KI-Kompetenz. So ergeben sich drei Gruppen: KI-Einsteiger:innen (26 %, n = 1.317) nutzen bislang keine KI-Tools oder haben sie nur ausprobiert. Im Umgang mit KI fühlen sie sich oft noch unsicher. KI-Anwender:innen (32 %, n = 1.627) nutzen KI bereits regelmäßig, sind im Umgang damit aber noch nicht wirklich routiniert. KI-Pionier:innen (41 %, n = 2.077) setzen KI fest in ihrem Arbeitsalltag ein und unterstützen andere aktiv dabei, es ihnen gleichzutun. Alle Erkenntnisse zum Wohlbefinden in diesem Kapitel beruhen auf dieser Einteilung, denn die Belegschaft erlebt den KI-Wandel nicht als einheitliche Entwicklung. Vielmehr durchlaufen die Beschäftigten drei verschiedene Realitäten gleichzeitig, im selben Gebäude und im selben Organigramm.
KI-Nutzergruppen, basierend auf der Wellhub-Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027
KI-Nutzergruppen unter den Beschäftigten, basierend auf der Wellhub-Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 30 % | Haben bisher keine KI-Tools genutzt oder lediglich damit experimentiert und fühlen sich im Umgang mit KI oft unsicher. |
| KI-Anwender:innen | 32 % | Setzen KI bereits regelmäßig ein, müssen im Umgang damit jedoch noch eine Routine entwickeln. |
| KI-Pionier:innen | 41 % | Nutzen KI als festen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit und unterstützen aktiv andere dabei. |
2.1Die meisten Beschäftigten nutzen KI, aber ihre Kompetenz ist sehr unterschiedlich
Am besten stellt man sich diese drei Gruppen nicht als Punkte auf einem Spektrum vor, sondern als drei verschiedene Belegschaften unter einem Dach. Jede hat ein eigenes Verhältnis zu den Technologien, die den Arbeitsalltag verändern, und jede braucht vermutlich eine andere Form der Unterstützung, damit die Unterschiede kleiner werden.
Beginnen wir mit der Nutzung: 55 % der Beschäftigten setzen regelmäßig KI-Tools ein. 32 % tun das in ihrer täglichen Arbeit, weitere 23 % coachen zusätzlich Kolleg:innen. Die übrigen 45 % sind noch nicht so weit: 33 % haben KI bislang nur ausprobiert, 12 % haben sie noch nie genutzt.
Mehr als die Hälfte der Beschäftigten nutzt bereits regelmäßig KI-Tools
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Welche der folgenden Aussagen beschreibt am besten, wie Sie KI-Tools (z. B. ChatGPT, Copilot, Claude, Gemini) derzeit nutzen?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Ich habe bisher noch keine KI-Tools genutzt. | 12 % | — |
| Ich habe bereits mit KI-Tools experimentiert, nutze sie aber nicht regelmäßig. | 33 % | — |
| Ich nutze KI-Tools regelmäßig im Rahmen meiner täglichen Arbeit. | 32 % | REGELMÄSSIGE NUTZUNG |
| Ich nutze KI-Tools regelmäßig und unterstütze andere in meinem Team aktiv dabei, den Umgang damit zu erlernen. | 23 % | REGELMÄSSIGE NUTZUNG |
Beim Selbstvertrauen im Umgang mit KI ergibt sich ein ähnliches Bild. Es lohnt sich dennoch, es getrennt zu betrachten, statt es nur als Spiegelbild der Nutzung zu lesen: 67 % der Beschäftigten fühlen sich sicher oder haben nur geringe Bedenken, die sie nicht von der Nutzung abhalten. 23 % sind so unsicher oder zurückhaltend, dass sie KI weniger nutzen, und 10 % fühlen sich so überfordert oder skeptisch, dass sie KI gar nicht einsetzen.
Zwei Drittel der Beschäftigten haben nur geringe oder keine Bedenken gegenüber KI
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Wie sicher fühlen Sie sich im Umgang mit KI?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Ich fühle mich überfordert oder misstrauisch, was mich aktiv von der Nutzung von KI abhält. | 10 % | — |
| Ich bin unsicher oder vorsichtig, was meine Nutzung von KI manchmal einschränkt. | 23 % | — |
| Ich habe kleinere Bedenken, diese halten mich jedoch nicht davon ab, KI zu nutzen. | 32 % | GERINGE/KEINE BEDENKEN |
| Ich fühle mich im Umgang mit KI absolut sicher und vertraue ihr als festem Teil meines Arbeitsablaufs. | 35 % | GERINGE/KEINE BEDENKEN |
Beide Befunde zusammen ergeben für HR eine klare Aufgabe: Mehr als die Hälfte der Belegschaft braucht Förderung auf fortgeschrittenem Niveau, rund ein Drittel einen niedrigschwelligen Einstieg zum Ausprobieren, und etwa jede zehnte Person muss zuerst mit ihren Bedenken abgeholt werden, bevor eine Förderung überhaupt beginnen kann. Ein einheitliches Schulungsangebot, das auf die Mitte des Spektrums zielt, geht an beiden Enden vorbei.
2.2Wer KI am intensivsten nutzt, trägt die größte Last
Beschäftigte mit der höchsten KI-Kompetenz ruhen sich keineswegs auf den Produktivitätsgewinnen aus, die die Technologie eigentlich verspricht. Sie haben von allen Gruppen den stärksten Anstieg des Arbeitspensums zu bewältigen und schulen nebenbei informell Kolleg:innen. Das legt nahe, dass der Aufbau von KI-Kompetenz in den meisten Unternehmen derzeit vor allem an denjenigen hängt, die sich als Erste freiwillig darum gekümmert haben.
24 % der KI-Pionier:innen leiden täglich unter Burnout-Symptomen, bei den KI-Anwender:innen sind es 22 %, bei den KI-Einsteiger:innen 16 %.
Intensive KI-Nutzung geht mit mehr Burnout-Symptomen einher
Anteil der Beschäftigten, die täglich Burnout-Symptome erleben, nach KI-Nutzergruppe. Quelle: Wellhub-Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 16 % | erleben täglich Burnout-Symptome |
| KI-Anwender:innen | 22 % | erleben täglich Burnout-Symptome |
| KI-Pionier:innen | 24 % | erleben täglich Burnout-Symptome |
Auch beim Arbeitspensum zeigt sich dasselbe Bild: 40 % der KI-Pionier:innen sagen, dass KI ihr Arbeitspensum erhöht hat. Bei den KI-Anwender:innen sind es 28 %, bei den KI-Einsteiger:innen 15 %.
Beschäftigte, die KI am intensivsten nutzen, spüren den Anstieg der Arbeitsbelastung am stärksten
Anteil der KI-Nutzergruppen, die angeben, dass KI ihre Arbeitsbelastung erhöht hat. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 15 % | geben an, dass KI ihre Arbeitsbelastung erhöht hat |
| KI-Anwender:innen | 28 % | geben an, dass KI ihre Arbeitsbelastung erhöht hat |
| KI-Pionier:innen | 40 % | geben an, dass KI ihre Arbeitsbelastung erhöht hat |
Ausgerechnet die Beschäftigten, auf die ein Unternehmen angewiesen ist, um den Umgang mit KI vorzuleben, zeigen die ersten Anzeichen von Burnout. Die Begleitung von Kolleg:innen, die zuvor genannten 50 % beim Mentoring, taucht in keiner Kapazitätsplanung auf. Es ist unbezahlte Mehrarbeit, die für das Unternehmen dennoch unverzichtbar ist.
2.3Wer KI beherrscht, fühlt sich im Job sicherer
Von den KI-Pionier:innen sagen 53 %, dass ihre Arbeitsplatzsicherheit besser ist als vor einem Jahr, bei den KI-Anwender:innen sind es 33 %, bei den KI-Einsteiger:innen 22 %. Am anderen Ende des Spektrums zeigt sich dasselbe Gefälle: Nur 4 % der KI-Pionier:innen schätzen ihre Arbeitsplatzsicherheit schlechter ein, bei den KI-Anwender:innen sind es 8 %, bei den KI-Einsteiger:innen 11 %.
Intensive KI-Nutzung geht mit höherer Arbeitsplatzsicherheit einher
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Wie würden Sie Ihre Arbeitsplatzsicherheit in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr bewerten?
| Kategorie | Schlechter als im letzten Jahr | Besser als im letzten Jahr |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 11 % | 22 % |
| KI-Anwender:innen | 8 % | 33 % |
| KI-Pionier:innen | 4 % | 53 % |
Auch HR-Verantwortliche sehen das Risiko: Unabhängig davon sorgen sich 62 % von ihnen, Beschäftigte mit gefragten KI-Skills zu verlieren (Wellhub, Wellbeing-ROI 2026). Beide Seiten blicken also auf dieselbe Realität. KI-Pionier:innen spüren zu Recht, dass sie durch ihre KI-Skills schwerer zu ersetzen sind. Und HR-Verantwortliche, die den Verlust dieser Beschäftigten fürchten, kommen zum selben Schluss: Burnout bei KI-Pionier:innen gefährdet die Mitarbeiterbindung, ob die aktuelle Strategie das bereits berücksichtigt oder nicht.
2.4Wer sich gut gerüstet fühlt, ist deutlich resilienter
Nur 19 % der KI-Einsteiger:innen fühlen sich für die Arbeit mit KI gut gerüstet, bei den KI-Anwender:innen sind es 39 %, bei den KI-Pionier:innen 67 %. Das ist der größte Abstand in diesem Kapitel. Entscheidend ist also weniger, ob jemand KI schon einmal genutzt hat, sondern ob er oder sie gelernt hat, sie wirksam einzusetzen.
Ein Blick auf die Voraussetzungen statt auf die Ergebnisse zeigt dasselbe Bild: Nur 18 % der KI-Einsteiger:innen sagen, dass sie Zeit und Unterstützung bekommen haben, um die KI-Skills aufzubauen, die ihre Rolle verlangt. Bei den KI-Anwender:innen sind es 43 %, bei den KI-Pionier:innen 73 %, ein fast identischer Abstand. Ob sich Beschäftigte gerüstet fühlen, hängt also unmittelbar davon ab, ob ihr Unternehmen ihnen Freiraum für den Kompetenzaufbau gegeben hat.
Zum dritten Mal zeigt sich diese Kluft bei der Resilienz selbst: 87 % der Beschäftigten, die voll und ganz zustimmen, für die Arbeit mit KI gut gerüstet zu sein, berichten von hoher Resilienz und der Fähigkeit, mit dem Tempo der Veränderung Schritt zu halten. Bei denjenigen, die dem klar widersprechen, sind es nur 45 %. Diesen Unterschied von 42 Prozentpunkten erklärt fast vollständig, ob jemand von Anfang an Zeit und Unterstützung für den Kompetenzaufbau hatte. Für HR ist das die wichtigste Erkenntnis dieses Abschnitts: Resilienz ist keine Eigenschaft, die manche Beschäftigte mitbringen und andere nicht. Unternehmen können sie gezielt schaffen, und zwar in einem Zeitrahmen, den sie selbst steuern.
2.5Pionier:innen nutzen KI bereits für ihr eigenes Wohlbefinden
Ausgerechnet die Beschäftigten mit der höchsten KI-Kompetenz setzen die Technologie am stärksten ein, um ihre mentale Gesundheit zu unterstützen, und das oft ohne die kritische Prüfung, die sie jedem anderen Health-Tool entgegenbringen würden. Diese Kombination aus intensiver Nutzung und realen Risiken verdient einen eigenen Blick. Der blinde Fleck wiegt dort am schwersten, wo am wenigsten geprüft wird: Gerade die Gruppe, die mit der Technologie am vertrautesten ist, hinterfragt sie am wenigsten.
50 % der KI-Pionier:innen nutzen KI-Tools regelmäßig für ihr persönliches Wohlbefinden, bei den KI-Anwender:innen sind es 23 %, bei den KI-Einsteiger:innen 11 %. 85 % der KI-Pionier:innen haben KI schon einmal für ihr Wohlbefinden eingesetzt, bei den KI-Anwender:innen sind es 69 %, bei den KI-Einsteiger:innen 38 %.
KI-Pionier:innen setzen KI am häufigsten für ihr eigenes Wohlbefinden ein
Anteil der KI-Nutzergruppen, die KI-Tools für ihr persönliches Wohlbefinden nutzen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Regelmäßige Nutzung | Mindestens einmal genutzt | Nie genutzt |
|---|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 11 % | 27 % | 62 % |
| KI-Anwender:innen | 23 % | 46 % | 31 % |
| KI-Pionier:innen | 50 % | 35 % | 15 % |
Auch am anderen Ende des Spektrums ist der Unterschied deutlich: 34 % der KI-Einsteiger:innen fühlen sich überhaupt nicht wohl dabei, KI für Wellbeing-Unterstützung zu nutzen. Bei den KI-Anwender:innen sind es 10 %, bei den KI-Pionier:innen nur 3 %. Wer KI also am häufigsten für das eigene Wohlbefinden nutzt, fragt am seltensten, ob sie tatsächlich hilft.
Das ist aber entscheidend, denn nicht jede Interaktion verläuft positiv: 30 % aller Beschäftigten haben auf der Suche nach Wellbeing-Unterstützung schon einmal eine unhilfreiche oder sogar schädliche Antwort von einem KI-Tool erhalten. Für HR ist das ein klares Signal, KI-Angebote für das Wohlbefinden ernst zu nehmen und mit verlässlichen Leitplanken zu versehen. Wie jede andere Gesundheitsressource sollten sie sorgfältig geprüft werden, bevor ein Unternehmen sie durch Schweigen stillschweigend gutheißt.
2.6Perspektive: Cara Brennan Allamano
Ich führe ein Unternehmen, in dem KI-Agenten schon einen erheblichen Teil der Arbeit übernehmen. Die Daten dieses Kapitels brauche ich deshalb nicht, um zu wissen, dass die Betriebszugehörigkeit nicht den Ausschlag gibt. Das habe ich im eigenen Team erlebt: Wer ein Tool am längsten nutzt, beherrscht es nicht automatisch am besten.
Das gelingt der Person, die gelernt hat, es richtig einzusetzen. Auf diesen Unterschied komme ich immer wieder zurück: Sich befähigt zu fühlen ist etwas anderes, als nur Zugang zu haben. Am ersten Tag die Zugangsdaten zu übergeben, ist einfach.
Beschäftigte wirklich zu befähigen, ist dagegen eine Entscheidung, die ein Unternehmen Woche für Woche neu treffen muss, denn Technologien und Erwartungen entwickeln sich ständig weiter. Bei uns hat das einiges grundlegend verändert: Wir sehen KI-Kompetenz nicht mehr als etwas, das sich Beschäftigte in ihrer Freizeit aneignen müssen, sondern als Infrastruktur, für die wir verantwortlich sind, genauso wie dafür, dass alle Laptops funktionieren. Entscheidend ist für uns, ob sich die Menschen sicher und befähigt fühlen, und nicht, welche Nutzungszahlen in einer Vorstandspräsentation gut aussehen.
Benefits allein sind bloße Fassade. Verhalten verändern vor allem Systeme, und Resilienz ist das Ergebnis eines Systems, kein zufälliges Persönlichkeitsmerkmal. Entscheidend ist nicht, ob eine Belegschaft KI am längsten nutzt, sondern ob die Nutzer:innen das Gefühl haben, dass man ihnen ein solides Fundament gebaut hat, bevor man von ihnen verlangt, schneller zu laufen. Die meisten Unternehmen stellen sich diese Frage noch nicht. Produktivität messen wir fast zwanghaft, Erschöpfung dagegen kaum. Das muss sich ändern, und zwar bevor die Tools noch besser werden.
3Auswirkungen auf die Beschäftigten
Die Arbeit nimmt immer mehr Zeit in Anspruch, und diese Stunden müssen irgendwo herkommen. Für die meisten Beschäftigten gehen sie auf Kosten von vier Bereichen: Schlaf, Essen, Sport und Zeit mit anderen Menschen. Ein einzelnes ausgefallenes Workout ist harmlos. Ein Mittagessen über der Tastatur, eine um 40 Minuten verkürzte Nacht oder eine Woche ohne Treffen mit Freund:innen sind es ebenfalls. Doch über ein ganzes Jahr summiert sich das schleichend und entscheidet darüber, wie es einem Menschen tatsächlich geht.
Nur 55 % der Beschäftigten bewerten ihr allgemeines Wohlbefinden als gut oder sehr gut. Dieser Wert unterscheidet sich stark je nach KI-Kompetenz. Die KI-Pionier:innen, die KI am intensivsten nutzen, berichten von dem besten Wohlbefinden aller Gruppen. Gleichzeitig nennen sie am häufigsten Burnout: 24 % haben täglich Symptome, bei den KI-Einsteiger:innen sind es 16 %. Das klingt zunächst widersprüchlich.
Es ist aber keiner, wenn man die Belastung von den Ressourcen unterscheidet, die sie auffangen. Burnout spiegelt die Belastung wider, Wohlbefinden die Ressourcen. Beides hängt zusammen, denn die Ressourcen bestimmen, wie viel von einer Belastung tatsächlich zu Schaden führt. Und KI-Pionier:innen tragen eine Last, die keine andere Gruppe trägt.
Das zeigt sich an den Abständen: Bei den KI-Pionier:innen ist der Anteil derer, die einen Anstieg ihres Arbeitspensums melden, mehr als zweieinhalbmal so hoch wie bei den KI-Einsteiger:innen: 40 % sagen, dass KI ihr Arbeitspensum erhöht hat (gegenüber 15 %). Bei den täglichen Burnout-Symptomen liegen sie acht Prozentpunkte darüber (24 % gegenüber 16 %). Die Belastung ist real und hat Folgen. Doch diese Folgen fallen weniger stark aus, als die Belastung erwarten lässt. Etwas fängt den Unterschied auf.
Zwei Läufer:innen können in einer Saison sehr unterschiedlich viele Kilometer zurücklegen und sich am Ende trotzdem gleich ausgelaugt fühlen. Entscheidend ist selten die Belastung allein, sondern ob die Erholung dazu passte.
Genau das trifft auf die Pionier:innen zu. Sie wissen, dass ein gutes Wohlbefinden sie besser für die Anforderungen der KI-Transformation rüstet, und bauen es deshalb in ihren Alltag ein: 41 % integrieren mindestens einmal täglich eine Wellbeing-Aktivität in ihren Arbeitstag, bei den KI-Anwender:innen sind es 31 %, bei den KI-Einsteiger:innen 24 %. Und ihre Führungskräfte schützen diese Zeit: 60 % sagen, dass ihre Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt, bei den KI-Anwender:innen sind es 42 %, bei den KI-Einsteiger:innen 31 %.
Nur knapp über die Hälfte der Beschäftigten gibt an, dass es ihnen gut oder sehr gut geht
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Wie schätzen Sie derzeit Ihr allgemeines Wohlbefinden ein?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Sehr gut | 15 % | GUT/SEHR GUT |
| Gut | 40 % | GUT/SEHR GUT |
| Okay | 33 % | — |
| Nicht so gut | 8 % | — |
| Schlecht | 3 % | — |
| Sehr schlecht | 1 % | — |
3.1Körperliches Wohlbefinden
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Dabei geht es weder um Fitnessziele noch um sportliche Leistung, sondern um das Fundament: ein gesundes Herz, erholsamen Schlaf und die Fähigkeit, sich von Stress wieder zu erholen.
Die meisten Beschäftigten kommen diesem Richtwert näher als seit Jahren. 81 % treiben mindestens einmal pro Woche Sport, und 49 % bezeichnen sich heute als fit oder sehr fit (Vorjahr: 47 %, davor: 39 %). Damit ist das körperliche Wohlbefinden die gesündeste der fünf Säulen: 57 % der Beschäftigten bewerten es als gut oder sehr gut.
Die meisten Beschäftigten bewerten ihr körperliches Wohlbefinden als gut oder sehr gut
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Wie bewerten Sie derzeit Ihr körperliches Wohlbefinden?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Sehr gut | 16 % | GUT/SEHR GUT |
| Gut | 41 % | GUT/SEHR GUT |
| Okay | 32 % | — |
| Nicht so gut | 8 % | — |
| Schlecht | 2 % | — |
| Sehr schlecht | 2 % | — |
Nach gängigen Maßstäben steht diese Säule also solide da. Genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick.
Schlüsselt man die Zahlen nach KI-Kompetenz auf, relativiert sich der beruhigende Durchschnitt: 44 % der KI-Einsteiger:innen bewerten ihr körperliches Wohlbefinden als gut oder sehr gut, bei den KI-Anwender:innen sind es 53 %, bei den KI-Pionier:innen 68 %. Ein Abstand von 24 Prozentpunkten bei der gesündesten Säule ist die bislang größte KI-bedingte Kluft in diesem Kapitel. Sie verlangt nach einer Erklärung.
Die einfachste Erklärung ist Zeit. Sport hängt stärker als jede andere Wellbeing-Gewohnheit von einem freien Zeitfenster im Tagesablauf ab: nicht von Wissen, nicht von Ausrüstung, sondern schlicht von einer Stunde, die nichts anderes beansprucht. Wenn sich der Arbeitstag ausdehnt, ist sie eine der ersten Dinge, die Beschäftigte aufgeben. Die Gruppen unterscheiden sich darin, ob ihnen jemand hilft, diese Zeit zu schützen. KI-Pionier:innen bauen am häufigsten eine Wellbeing-Aktivität in den Arbeitstag selbst ein, etwa ein Workout, einen Spaziergang oder einen Kurs in der Mittagspause. Zudem unterstützen ihre Führungskräfte diese Zeit am aktivsten. KI-Einsteiger:innen bilden in beiden Punkten das Schlusslicht. Wer sich während des Arbeitstags um die eigene Fitness kümmern kann, dem geht es gut. Wer es nur vor oder nach der Arbeit versuchen kann, in den Stunden, die der Arbeitstag schleichend für sich beansprucht, dem geht es nicht gut.
Das körperliche Wohlbefinden steigt mit höherer KI-Kompetenz deutlich an
Anteil der KI-Nutzergruppen, die ihr körperliches Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerten
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 44 % | bewerten ihr körperliches Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ |
| KI-Anwender:innen | 53 % | bewerten ihr körperliches Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ |
| KI-Pionier:innen | 68 % | bewerten ihr körperliches Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ |
Die Entwicklung über die Jahre bestätigt dieses Bild: 49 % der Beschäftigten schätzen sich derzeit als fit oder sehr fit ein, nach 47 % im Jahr 2025 und 39 % im Jahr 2024. Das ist ein stetiger Anstieg über drei Jahre.
Die gefühlte Fitness steigt seit drei Jahren kontinuierlich
Anteil der Beschäftigten, die sich als fit oder sehr fit einschätzen. Quelle: Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing, 2024–2026
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| 2024 | 39 % |
| 2025 | 47 % |
| 2026 | 49 % |
Für Benefits-Teams ist das die entscheidende Erkenntnis. Eine Fitnessstudio-Mitgliedschaft, die um 6 Uhr morgens genutzt wird, kostet im Budget exakt so viel wie eine, die ungenutzt bleibt, doch der tatsächliche Nutzen ist ein völlig anderer. Unternehmen, die den größten Wert aus diesem Benefit ziehen, sehen ein Workout am Mittag als normalen Teil des Arbeitstags und nicht als gestohlene Zeit: Führungskräfte gehen selbst spazieren, und ein Kurs um 12 Uhr ist im Kalender ganz selbstverständlich. Der Zugang bringt Beschäftigte bis zur Tür des Fitnessstudios. Durch die Tür bringt sie erst die Erlaubnis, ihn auch bei Tageslicht zu nutzen.
3.2Mentales Wohlbefinden
Laut der Weltgesundheitsorganisation kostet der Produktivitätsverlust durch Depressionen und Angststörungen die Weltwirtschaft jährlich rund eine Billion US-Dollar. Das Meiste davon bleibt zunächst unsichtbar. Dann zeigt es sich in einer Entscheidung, die eine Woche statt eines Tages dauert. In klugen Kolleg:innen, die plötzlich verstummen. In Arbeitsergebnissen, die zwar geliefert werden, aber an Substanz verlieren. Bis eine Kennzahl diesen Zustand erfasst, schwächt er die Leistung schon seit Monaten.
Den meisten Beschäftigten geht es nach eigener Einschätzung gut: 56 % bewerten ihr mentales Wohlbefinden als gut oder sehr gut, fast genauso viele wie beim körperlichen Wohlbefinden.
Etwas mehr als die Hälfte bewertet ihr mentales Wohlbefinden als gut oder sehr gut
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Wie bewerten Sie derzeit Ihr mentales Wohlbefinden?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Sehr gut | 17 % | GUT/SEHR GUT |
| Gut | 39 % | GUT/SEHR GUT |
| Okay | 31 % | — |
| Nicht so gut | 8 % | — |
| Schlecht | 3 % | — |
| Sehr schlecht | 2 % | — |
Dieses Gefühl ist jedoch ungleich verteilt: Bei den KI-Pionier:innen sind es 68 %, bei den KI-Anwender:innen 52 %, bei den KI-Einsteiger:innen 42 %.
Das mentale Wohlbefinden steigt mit höherer KI-Kompetenz deutlich an
Anteil der KI-Nutzergruppen, die ihr mentales Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerten. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 42 % | bewerten ihr mentales Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ |
| KI-Anwender:innen | 52 % | bewerten ihr mentales Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ |
| KI-Pionier:innen | 68 % | bewerten ihr mentales Wohlbefinden mit „gut“ oder „sehr gut“ |
Ein Teil dieses Abstands geht auf dieselbe Unterstützung zurück, die sich durch alle Säulen zieht: Zeit für das eigene Wohlbefinden im Arbeitstag und eine Führungskraft, die diese Zeit schützt. Beim mentalen Wohlbefinden kommt jedoch ein weiterer Faktor hinzu, den die anderen Säulen nicht berücksichtigen: die Arbeitsplatzsicherheit. 53 % der KI-Pionier:innen sagen, dass sich ihre Arbeitsplatzsicherheit im vergangenen Jahr verbessert hat, bei den KI-Einsteiger:innen sind es nur 22 %. Die Forschung zu den psychischen Folgen ist eindeutig: Eine Meta-Analyse von 20 Langzeitstudien kam zu dem Ergebnis, dass bereits die gefühlte Arbeitsplatzunsicherheit das Risiko für depressive Symptome ungefähr so stark erhöht wie der tatsächliche Verlust des Jobs (Kim & von dem Knesebeck, 2016). Die Sorge schadet also ebenso wie das Ereignis selbst. Die Sorge um den Arbeitsplatz belastet 2025 mehr als die Hälfte der Beschäftigten in den USA (54 %, American Psychological Association). Wer KI als Chance erlebt, sich unentbehrlich zu machen, spürt diesen Druck deutlich weniger.
Die Gruppe, die fürchtet, durch KI ersetzt zu werden, trägt dagegen die schwerste Last. Was die andere Hälfte derzeit von dieser Unterstützung trennt, sind die Kosten. Sie sind das Hindernis Nummer eins: 34 % der Beschäftigten, die keine Therapie in Anspruch nehmen, nennen sie als Hauptgrund. Vor zwei Jahren waren es noch 23 %. Vom Wert professioneller Hilfe sind die Beschäftigten längst überzeugt, die Hälfte von ihnen zahlt sie selbst. Für Benefits-Teams stellt sich daher nicht mehr die Frage, wie man Menschen davon überzeugt, dass Angebote für die mentale Gesundheit sinnvoll sind. Entscheidend ist, ob sich die Person, die sie braucht, diese Hilfe auch mehr als einmal leisten kann.
3.3Ernährung
Die Mittagspause ist das letzte Zeitfenster, das der Arbeitstag offiziell noch für das Wohlbefinden vorsieht, doch auch sie wird immer kürzer. In 26 Ländern ist die durchschnittliche Mittagspause auf 35 Minuten gesunken, sofern überhaupt eine Pause gemacht wird. Viele Vollzeitbeschäftigte lassen das Mittagessen inzwischen einmal pro Woche ganz ausfallen (Compass Group Global Eating at Work Survey, 2023). Ein Drittel der Beschäftigten weltweit isst allein.
Was früher eine feste Mahlzeit am Tag war, findet heute am Schreibtisch, zwischen zwei Meetings oder gar nicht statt. Den Beschäftigten ist das bewusst: Nur 42 % beschreiben ihre Ernährung als gesund oder sehr gesund. Das ist nach dem Schlaf der zweitniedrigste Wert aller Säulen.
Anzahl der Beschäftigten, die ihre Ernährung als gesund oder sehr gesund einstufen
Frage aus der Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027: Wie schätzen Sie derzeit Ihre allgemeine Ernährungsgesundheit ein?
| Kategorie | Wert | Gruppe |
|---|---|---|
| Sehr gesund | 12 % | GESUND |
| Gesund | 30 % | GESUND |
| Eher gesund | 41 % | — |
| Eher ungesund | 13 % | — |
| Ungesund | 3 % | — |
| Sehr ungesund | 2 % | — |
Bei keiner anderen Säule ist der Unterschied zwischen den KI-Nutzergruppen so groß wie bei der Ernährung: 28 % der KI-Einsteiger:innen beschreiben ihre Ernährung als gesund, bei den KI-Anwender:innen sind es 37 %, bei den KI-Pionier:innen 55 %. Das ist ein Abstand von 27 Prozentpunkten. Mit fehlendem Wissen lässt er sich nicht erklären.
Die Ernährungsgesundheit ist die Säule mit dem größten Unterschied nach KI-Kompetenz
Anteil der einzelnen KI-Nutzergruppen, die ihre Ernährung als gesund bezeichnen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 28 % | beschreiben ihre Ernährungsgesundheit als gesund |
| KI-Anwender:innen | 37 % | beschreiben ihre Ernährungsgesundheit als gesund |
| KI-Pionier:innen | 55 % | beschreiben ihre Ernährungsgesundheit als gesund |
Niemand braucht ein Wellbeing-Programm, um zu wissen, dass Gemüse wichtig ist, und keine Gruppe weiß das besser als eine andere. Den Unterschied macht die Struktur des Tages. Gesunde Ernährung im Job setzt eine echte Pause zu einer normalen Essenszeit voraus, ohne dass nahtlos ein Meeting folgt. Bei den KI-Pionier:innen ist diese Zeit am ehesten geschützt: durch eigene Routinen und durch Führungskräfte, die eine geregelte Mittagspause als normal ansehen und nicht als Müßiggang. Eine geschützte Mittagspause ist für die Ernährung das, was das Workout zur Mittagszeit für die Bewegung ist.
KI-Pionier:innen haben noch einen Vorteil: Sie wenden ihre KI-Kompetenz auch auf ihre eigenen Gewohnheiten an. Die Hälfte von ihnen nutzt regelmäßig KI-Tools für das persönliche Wohlbefinden, bei den KI-Einsteiger:innen sind es 11 %. Die Ernährung liegt dabei besonders nahe, etwa bei der Wochenplanung von Mahlzeiten oder beim Erfassen dessen, was man isst. Diese Transparenz zählt mehr, als man denkt. Das Bild, das wir von unserer eigenen Ernährung haben, beruht meist auf guten Absichten und fällt oft zu positiv aus. Eine Woche, in der man alles festhält, ersetzt die Schätzung durch das tatsächliche Muster, und genau dieses neue Bewusstsein verändert das Verhalten.
Arbeitgeber betrifft das stärker, als vielen bewusst ist. In einer Studie mit knapp 20.000 Erwerbstätigen in den USA berichteten Beschäftigte mit ungesunder Ernährung mit einer um 66 % höheren Wahrscheinlichkeit von Produktivitätseinbußen als diejenigen, die regelmäßig Vollkornprodukte, Obst und Gemüse aßen (Merrill et al., 2012). Der Arbeitsalltag prägt, wie sich Beschäftigte ernähren, und ihre Ernährung prägt wiederum ihre Leistung. Um hier anzusetzen, braucht ein Unternehmen kein Ernährungsprogramm. Die günstigste Maßnahme überhaupt ist eine Mittagspause, die wirklich stattfindet: zu einer üblichen Uhrzeit, weit weg vom Schreibtisch und idealerweise gemeinsam mit anderen.
3.4Schlafgesundheit
Erwachsene brauchen pro Nacht sieben bis neun Stunden Schlaf, um sich körperlich und geistig vollständig zu erholen (National Sleep Foundation / American Academy of Sleep Medicine). Die Mehrheit der Beschäftigten erreicht diesen Richtwert nicht: 69 % schlafen weniger als sieben Stunden.
Schlaf ist die am schlechtesten bewertete Säule und die einzige, bei der es abwärts geht: Nur 35 % der Beschäftigten bewerten ihren Schlaf in diesem Jahr als gesund oder sehr gesund, nach 38 % im Jahr 2025.
Der Schlaf ist die einzige Säule des Wohlbefindens, die sich verschlechtert
Anteil der Beschäftigten, die ihre Schlafgesundheit als gesund oder sehr gesund einstufen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing, 2025–2026.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| 2025 | 38 % |
| 2026 | 35 % |
Dieselbe Belegschaft, die körperlich so aktiv ist wie nie zuvor, schläft schlechter als im Vorjahr. Am mangelnden Willen liegt das nicht. Ein Hauptgrund: Der Tag endet für viele immer später, und die Ursache dafür liegt im Arbeitsalltag.
Die Nachrichten außerhalb der Arbeitszeit haben im Vergleich zum Vorjahr um 15 % zugenommen. Im Schnitt landen 58 davon im Posteingang der Beschäftigten, und Meetings nach 20 Uhr sind um 16 % häufiger geworden (Microsoft, 2025 Work Trend Index). Was die Arbeit nicht beansprucht, geben Beschäftigte von selbst her. Die Schlafforschung spricht hier von „Bedtime Procrastination“, also dem Aufschieben des Zubettgehens: Man geht ohne äußere Notwendigkeit später ins Bett, weil der späte Abend die einzige Zeit des Tages ist, die sich wie die eigene anfühlt. Eine Meta-Analyse von 43 Studien bringt diese Gewohnheit mit kürzerem und schlechterem Schlaf sowie mehr Müdigkeit am Tag in Verbindung (Hill et al., 2022). Die Daten zu den Faktoren, die den Schlaf beeinträchtigen, zeichnen dasselbe Bild: Stress und Sorgen wurden in den vergangenen zwei Jahren seltener genannt. Die Bildschirmzeit ist der einzige Störfaktor, der weiter zunimmt: Vor zwei Jahren nannten sie 26 % der Beschäftigten, im vergangenen Jahr 27 % und dieses Jahr 30 %. Das nächtliche Scrollen ist kein Zeichen mangelnder Disziplin. Es hat einen Grund: Es ist die einzige freie Zeit des Tages, und sie wird wach verbracht.
Hier zeigt sich auch die Kluft bei der KI-Kompetenz: 25 % der KI-Einsteiger:innen bewerten ihren Schlaf als gesund, bei den KI-Anwender:innen sind es 33 %, bei den KI-Pionier:innen 44 %. Auf die Frage, warum sie spät ins Bett gehen, nennen die Befragten nicht am häufigsten Schlaflosigkeit, sondern Selbstbestimmung: Der Abend ist die einzige Zeit, die ihnen allein gehört, und sie nutzen sie, auch wenn das auf Kosten der Nachtruhe geht. Folgt man dieser Logik, müsste persönliche Zeit, die man schon tagsüber nehmen kann, die Nacht schützen.
Die Schlafgesundheit steigt mit zunehmender KI-Kompetenz
Anteil der KI-Nutzergruppen, die ihren Schlaf als gesund einstufen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 25 % | bewerten ihren Schlaf als gesund |
| KI-Anwender:innen | 33 % | bewerten ihren Schlaf als gesund |
| KI-Pionier:innen | 44 % | bewerten ihren Schlaf als gesund |
Das Gefühl, gut geschlafen zu haben, täuscht oft. Wer sieben Stunden im Bett liegt, aber nur vier Stunden Tiefschlaf hat, kann seine Nacht erst dann realistisch einschätzen, wenn Tracking-Daten den Unterschied zeigen. Wie bei einer protokollierten Ernährungswoche verändert erst das gemessene Muster das Verhalten, weil konkrete Zahlen die bloße Vermutung ersetzen.
Schlaf scheint die Säule zu sein, auf die Arbeitgeber am wenigsten Einfluss haben. Die wirtschaftlichen Fakten sprechen eine andere Sprache: Zu wenig Schlaf kostet die US-Wirtschaft durch Produktivitätseinbußen jährlich bis zu 411 Milliarden US-Dollar, das sind 2,28 % des BIP (RAND, 2016). Die wichtigsten Ursachen am Arbeitsplatz liegen dabei im Einflussbereich der Unternehmen: Nachrichten nach Feierabend, Termine am späten Abend und Arbeitstage ohne klares Ende. Kein Benefit kann Beschäftigte ins Bett schicken. Aber ein Unternehmen kann vermeiden, die Erholungszeit seiner Belegschaft zu reduzieren. Eine klare Regelung zur Erreichbarkeit nach Feierabend kostet nichts und gibt Beschäftigten die eine Ressource zurück, auf der alle anderen Säulen aufbauen.
3.5Soziale Bindung
Mangelnde soziale Verbundenheit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen um 29 % und für Schlaganfälle um 32 %. Die gesundheitliche Wirkung ist vergleichbar mit dem Konsum von 15 Zigaretten am Tag (U.S. Surgeon General). Käme diese Zahl von einer Chemikalie im Gebäude, würde sie sofort eine Sicherheitsprüfung auslösen. Die Ursache ist hier aber eine leisere: wie oft Menschen tatsächlich miteinander sprechen.
Bei den ersten vier Säulen liegen die KI-Pionier:innen überall vorn. Hier bilden sie das Schlusslicht: 48 % von ihnen stimmen zu, dass KI den bedeutungsvollen Austausch mit Kolleg:innen verringert hat, bei den KI-Anwender:innen sind es 39 %, bei den KI-Einsteiger:innen 22 %. Die Erklärung liegt nahe: Die Aufgaben, die KI zuerst übernimmt, etwa einen ersten Entwurf verfassen, einen Status abrufen oder eine Zahl prüfen, haben früher meist ein kurzes Gespräch mit anderen erfordert. Jede dieser Situationen war für sich klein. Zusammen machten sie jedoch den Großteil der Anlässe aus, bei denen Kolleg:innen im Tagesverlauf miteinander sprachen. Die Arbeit wird weiterhin erledigt, sogar schneller als zuvor. Der Austausch, der früher ganz selbstverständlich dazugehörte, bleibt dagegen aus, ohne dass sich jemand bewusst dagegen entschieden hätte. Er ist schlicht nicht mehr nötig.
KI-Pionier:innen stimmen zu, dass KI die Anzahl bedeutungsvoller Interaktionen mit Kolleg:innen verringert hat
Anteil der KI-Nutzergruppen, die der Aussage zustimmen, dass KI die Interaktion mit ihren Kolleg:innen erheblich verringert hat. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Pionier:innen | 47 % | stimmen zu, dass KI die Anzahl bedeutungsvoller Interaktionen verringert hat |
| KI-Anwender:innen | 39 % | stimmen zu, dass KI die Anzahl bedeutungsvoller Interaktionen verringert hat |
| KI-Einsteiger:innen | 22 % | stimmen zu, dass KI die Anzahl bedeutungsvoller Interaktionen verringert hat |
Der Wunsch nach Austausch sinkt dadurch aber nicht: 66 % der Beschäftigten möchten sich am Arbeitsplatz stärker verbunden fühlen. Am größten ist dieser Wunsch dort, wo der Verlust am tiefsten reicht: bei 77 % der KI-Pionier:innen, gegenüber 66 % der KI-Anwender:innen und 49 % der KI-Einsteiger:innen. Ausgerechnet die Gruppe, die den Smalltalk aus ihrem Arbeitsalltag wegautomatisiert hat, vermisst ihn nun am meisten.
Beschäftigte wünschen sich mehr soziale Verbundenheit am Arbeitsplatz
Anteil der KI-Nutzergruppen, die sich mehr Verbundenheit am Arbeitsplatz wünschen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Pionier:innen | 77 % | wünschen sich mehr Verbundenheit am Arbeitsplatz |
| KI-Anwender:innen | 66 % | wünschen sich mehr Verbundenheit am Arbeitsplatz |
| KI-Einsteiger:innen | 49 % | wünschen sich mehr Verbundenheit am Arbeitsplatz |
Als Ersatz taugt KI selbst nicht: Nur 20 % der Beschäftigten halten es für einen angemessenen Ersatz für echte menschliche Nähe, KI zur Unterstützung des Wohlbefindens zu nutzen. Was dagegen funktioniert, liegt dort, wo die wenigsten Unternehmen suchen: in der Wellbeing-Routine. 64 % der Beschäftigten sagen, dass Gemeinschaft und soziale Unterstützung äußerst oder sehr wichtig sind, um langfristig gesunde Gewohnheiten beizubehalten. Und 41 % geben an, dass ihnen ihre Wellbeing-Routine hilft, sich mit anderen verbunden zu fühlen, und nicht nur körperlich fit zu sein. Ein Kurs, ein Lauftreff oder ein gemeinsames Workout erfüllt zwei Zwecke zugleich: Es festigt die Gewohnheit und stärkt den Zusammenhalt.
Führungskräfte merken das lange, bevor es in einer Befragung sichtbar wird: Im Team-Kanal, in dem früher reger Austausch herrschte, erscheinen nur noch automatische Statusmeldungen. Das regelmäßige 1:1 wird immer wieder verschoben, weil sich die Abstimmung, die es abdecken sollte, von selbst ergibt. In einer einzelnen Woche wirkt nichts davon wie ein Problem. Für Arbeitgeber heißt die pragmatische Antwort aber nicht, die Automatisierung zu bremsen. Soziale Verbundenheit darf nicht länger als etwas gelten, das der Arbeitsalltag von allein hervorbringt, denn das tut er nicht mehr. Zeit für gemeinsame Aktivitäten, Wellbeing in der Gruppe statt allein und Meetings, die noch zwei Minuten für Smalltalk lassen: All das war früher ein kostenloses Nebenprodukt der täglichen Arbeit. Heute müssen solche Momente gezielt geschaffen werden.
3.6Perspektive: Jen Fisher
Das wichtigste Ergebnis der diesjährigen Studie: KI-Kompetenz sagt inzwischen besser voraus, wie es jemandem geht, als Rolle, Betriebszugehörigkeit oder Branche. Das ist bemerkenswert. Entscheidend ist aber, welche Schlüsse Führungskräfte daraus ziehen.
Auf den ersten Blick liegt es nahe, die Kompetenzlücke zu schließen: mehr Trainings, mehr Prompt-Workshops, alle zu Pionier:innen machen. Doch sehen Sie sich an, was hinter der Zahl steckt. Kompetenz entsteht aus Unterstützung. Die Menschen, die vorangekommen sind, hatten die Zeit, die Fähigkeit aufzubauen, eine Führungskraft, die sie unterstützt hat, und die Erlaubnis, ihren eigenen Kalender zu schützen. Sie waren nicht anpassungsfähiger als andere, sondern wurden dafür gut aufgestellt.
Kompetenz ist also im Grunde verkleidete Unterstützung. Wenn wir anfangen, sie gezielt zu steuern, investieren wir in das Symptom und lassen die Ursache unangetastet. Die Person, die leise untergeht, hat dann immer noch niemanden, der ihre Mittagspause schützt, dafür aber ein Schulungszertifikat.
Wenn man eine ganze Belegschaft nach Kompetenz in eine Rangfolge bringt, sagt „Einsteiger:in“ nicht mehr aus, wie jemand ein Tool nutzt, sondern klingt zunehmend wie ein Urteil über die Person. Die Menschen am unteren Ende dieser Skala sind am stärksten wegen KI besorgt und haben am seltensten eine klare Richtlinie oder eine Führungskraft an ihrer Seite. Sie sind nicht zurückgefallen, sondern wurden nie in die Lage versetzt, mitzuhalten. Die Messgröße macht aus einem Versagen bei der Unterstützung stillschweigend ein persönliches Versagen. Und sobald es persönlich wirkt, fühlt sich niemand mehr dafür zuständig.
Auch am oberen Ende der Skala läuft nicht alles rund. Die kompetentesten Beschäftigten berichten vom stärksten Verlust echter Verbundenheit mit ihren Kolleg:innen. Ausgerechnet in der Gruppe, die wir als Vorbild hochhalten, schwindet etwas Menschliches.
Das heißt nicht, dass Kompetenz keine Rolle spielt. Sie ist nur das falsche Ziel. Setzen Sie bei der Unterstützung an, die darunterliegt: bei Zeit, Rückhalt und klaren Richtlinien. Die Kompetenz kommt dann von selbst. Wenn Sie das überspringen, schaffen Sie lediglich einen schnelleren Weg, Menschen danach zu sortieren, wer aufblüht und wer auf sich allein gestellt bleibt.
Vor dieser Entscheidung stehen Führungskräfte. Die Frage ist nicht, wie schnell sich ihre Leute an KI anpassen können, sondern ob sie die Bedingungen dafür schaffen.
4Die Unterstützungslücke zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten
Fragt man ein Unternehmen, was es für das Wohlbefinden seiner Beschäftigten tut, kommt die Antwort prompt: ein Fitness-Benefit, eine Beratungshotline, regelmäßige Check-ins mit der Führungskraft. Fragt man dagegen die Beschäftigten, ob sie sich unterstützt fühlen, fällt die Antwort zögerlicher aus. Beide Seiten antworten ehrlich. Die Investitionen sind real, kommen aber nicht immer bei den Beschäftigten an. Genau in dieser Lücke liegen die diesjährigen Erkenntnisse, aus denen sich am meisten ableiten lässt.
Entsprechend passen die Beschäftigten ihre Erwartungen an: 75 % sagen, dass ihr Arbeitgeber eine gewisse Verantwortung für ihr Wohlbefinden trägt. Im Vorjahr waren es 81 %, im Jahr davor 85 %. Das heißt nicht, dass sie weniger Hilfe brauchen. Sie richten ihre Erwartungen lediglich an ihren tatsächlichen Erfahrungen aus. Und wer keine Unterstützung mehr erwartet, ist für ein Unternehmen ein größeres Risiko für die Mitarbeiterbindung als jemand, der sich noch beschwert. Wer frustriert ist, verhandelt noch. Wer resigniert hat, vergleicht schon Angebote.
Beschäftigte sehen Arbeitgeber in der Mitverantwortung für ihr Wohlbefinden
Anteil der Beschäftigten, die ihren Arbeitgeber in der Mitverantwortung für ihr Wohlbefinden sehen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing, Dreijahrestrend.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Vor zwei Jahren | 85 % |
| Letztes Jahr | 81 % |
| Dieses Jahr | 75 % |
Wenn Beschäftigte beschreiben, welche Unterstützung wirklich bei ihnen ankommt, nennen sie immer wieder drei Quellen: eine klare KI-Richtlinie, eine Führungskraft, die sie unterstützt, und ein Wellbeing-Programm, das sie tatsächlich nutzen können. Diese drei Hebel haben jedoch eine Schwachstelle gemeinsam: Am zuverlässigsten erreichen sie diejenigen, denen es ohnehin schon am besten geht.
4.1KI-Richtlinie
Eine KI-Richtlinie klingt nach einer reinen Technologieentscheidung, nach einer Aufgabe, die IT und Rechtsabteilung unter sich klären. Die Daten zum Wohlbefinden zeigen jedoch: Das Thema gehört ebenso auf den Tisch von HR. Wie vertraut Beschäftigte mit KI sind und wie gut sie sich beim Aufbau dieser Kompetenz unterstützt fühlen, beeinflusst heute ihr Burnout-Risiko, ihre Arbeitsplatzsicherheit und sogar ihren Schlaf. Eine Richtlinie verankert diese Unterstützung offiziell. Sie gibt allen Beschäftigten Orientierung: Was ist erlaubt, was wird erwartet, woran werden sie gemessen? Wirksam ist eine Richtlinie nur, wenn sie gelebt wird: mit klaren Erwartungen, die alle kennen, die regelmäßig kommuniziert werden und an die sich auch die Führungskräfte selbst halten. Ein Dokument, das auf einem gemeinsamen Laufwerk liegt und beim Onboarding einmal auftaucht, ist keine Richtlinie. Für Beschäftigte kommt es einem Schweigen gleich.
34 % der Beschäftigten sagen, dass ihr Unternehmen keine formelle KI-Richtlinie hat. Diese Funkstille trifft ausgerechnet diejenigen am stärksten, die am meisten Orientierung bräuchten: 44 % der KI-Einsteiger:innen berichten von einer fehlenden Richtlinie, bei den KI-Anwender:innen sind es 36 %, bei den KI-Pionier:innen 26 %.
Anteil der Beschäftigten ohne formelle KI-Richtlinie im Unternehmen
Anteil der KI-Nutzergruppen, die angeben, dass es in ihrem Unternehmen keine formelle KI-Richtlinie gibt. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 44 % | vermissen klare KI-Regeln im Unternehmen |
| KI-Anwender:innen | 36 % | vermissen klare KI-Regeln im Unternehmen |
| KI-Pionier:innen | 26 % | vermissen klare KI-Regeln im Unternehmen |
KI-Pionier:innen kommen auch ohne feste Regeln zurecht, weil sie Zeit hatten, ein eigenes Urteilsvermögen zu entwickeln. KI-Einsteiger:innen, ohnehin die Gruppe, die beim Thema KI am unsichersten ist, bleiben dagegen genau bei der Frage im Ungewissen, die eine Richtlinie klären soll: Ist der Einsatz von KI hier erwünscht, oder wird er mir negativ ausgelegt?
Zu wissen, woran man ist, zahlt sich aus: 77 % der Beschäftigten in Unternehmen mit einer klaren, gut kommunizierten KI-Richtlinie fühlen sich resilient und in der Lage, sich dem Tempo des Wandels anzupassen. Bei denjenigen, die nicht einmal wissen, ob es eine solche Richtlinie gibt, sind es nur 39 %. Beide Gruppen arbeiten mit derselben Technologie im selben Tempo. Der Unterschied: Die einen verbringen ihren Arbeitstag nicht mit Zweifeln.
Für HR ist das der schnellste der drei Hebel, und der Fehler liegt in der Annahme, das Dokument allein sei schon das Ergebnis. Die 77 % gehören zu Unternehmen, in denen die Richtlinie aktiv kommuniziert und vorgelebt wird: von Führungskräften, die die Tools offen nutzen, und mit Erwartungen, die so lange wiederholt werden, bis sie selbstverständlich sind. Unternehmen investieren viel in KI-Tools und Schulungen. Die Daten legen jedoch nahe, dass das günstigste, das sie ihren Beschäftigten bieten können, Gewissheit ist.
4.2Unterstützung durch Vorgesetzte
Alles, was ein Unternehmen für das Wohlbefinden seiner Beschäftigten vorsieht, läuft über eine einzige Person. Das Angebot mag großzügig und die Richtlinie klar formuliert sein: Am Ende entscheidet die Führungskraft, meist in kleinen Momenten, ob davon etwas im Alltag ankommt. Gilt eine kurze Auszeit für Sport als selbstverständlich oder als Faulenzen? Übersteht ein Kalenderblock für den Spaziergang die Arbeitswoche? Fragt jemals jemand ehrlich nach, wie es einem geht? Die Rückendeckung durch Führungskräfte war eine von zwei zentralen Voraussetzungen dafür, dass Pionier:innen selbst unter höchster Belastung gesund bleiben. Hier zeigt sich, wie sich diese Voraussetzung in der Praxis auswirkt.
Denn nicht alle Beschäftigten arbeiten unter denselben Bedingungen. 60 % der KI-Pionier:innen sagen, dass ihre Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt und nicht nur auf ihre Leistung schaut. Bei den KI-Anwender:innen sind es 42 %, bei den KI-Einsteiger:innen 31 %, ein Abstand von 29 Prozentpunkten. 1971 beschrieb der walisische Arzt Julian Tudor Hart das „Inverse Care Law“: Gute medizinische Versorgung erreicht tendenziell diejenigen, die sie am wenigsten brauchen. Ein halbes Jahrhundert später folgt die Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz derselben Logik. KI-Einsteiger:innen berichten über alle Säulen hinweg vom schlechtesten Wohlbefinden und der größten Sorge um ihre Zukunft, und gleichzeitig erhalten sie am seltensten Rückendeckung von ihrer Führungskraft. Das ist ein Teufelskreis: Wer ins Straucheln gerät, bekommt nicht mehr Unterstützung, sondern weniger, und strauchelt dadurch noch stärker. Fehlende Unterstützung verschlechtert das Wohlbefinden, ein schlechteres Wohlbefinden drückt die Leistung, und sinkende Leistung zieht kritische Kontrolle nach sich statt der konstruktiven Aufmerksamkeit, die jemandem hilft, wieder auf die Beine zu kommen.
Beschäftigte, deren Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt
Anteil der KI-Nutzergruppen, die von ihren Führungskräften nicht nur in Bezug auf ihre Leistung, sondern auch auf ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt werden. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Pionier:innen | 60 % | geben an, dass ihre Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt |
| KI-Anwender:innen | 42 % | geben an, dass ihre Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt |
| KI-Einsteiger:innen | 31 % | geben an, dass ihre Führungskraft ihr Wohlbefinden aktiv unterstützt |
Leichtfertig handeln Führungskräfte dabei nicht. Unterstützung ist zu einem Instrument der Mitarbeiterbindung geworden, und Führungskräfte investieren sie in die Menschen, deren Weggang am meisten schmerzen würde: 82 % der Beschäftigten, die von ihrer Führungskraft starke Unterstützung erhalten, würden einen Wechsel in Betracht ziehen, wenn dieser Rückhalt wegfiele. Die meisten Führungskräfte treffen diese Entscheidung nicht einmal bewusst. Sie sind schlicht überlastet: 51 % der Unternehmen sehen in der Überlastung von Führungskräften ein erhebliches Risiko für die Unternehmensleistung (Wellhub, Wellbeing-ROI 2026). Eine überlastete Führungskraft schützt zuerst ihre Leistungsträger:innen. Alle anderen bleiben sich selbst überlassen.
Das macht diese Priorisierung so teuer: Sie lässt das Potenzial guter Führung ungenutzt. Dieselbe Aufmerksamkeit, die KI-Pionier:innen vor dem Abgang bewahrt, kann aus KI-Einsteiger:innen KI-Pionier:innen machen, und aus durchschnittlichen Beschäftigten Leistungsträger:innen. Der Abstand von 29 Prozentpunkten zeigt nicht nur, wo Unterstützung heute ankommt. Er zeigt auch, welche Entwicklung möglich wäre, aber niemand angeht, und das ausgerechnet jetzt, da Unternehmen mehr kompetente, resiliente Beschäftigte brauchen, als der Arbeitsmarkt hergibt. Die Lösung setzt deshalb auf zwei Ebenen an: Unternehmen sollten ein grundlegendes Wellbeing-Angebot zum Standard für alle Beschäftigten machen und fest in seinen Prozessen verankern, statt es der Ermessensentscheidung einzelner Führungskräfte zu überlassen. So muss niemand erst auffallen, um Unterstützung zu bekommen. Das schafft Raum für die begrenzte Aufmerksamkeit der Führungskräfte, damit sie sich auf das konzentrieren können, was nur sie leisten können: gezielt jene zu fördern, die den weitesten Weg vor sich haben.
4.3Wellbeing-Programme
Von den drei Hebeln reicht das Wellbeing-Programm am weitesten. Eine klare KI-Richtlinie beseitigt Unsicherheit, und eine unterstützende Führungskraft schützt Zeitfenster, doch beides ebnet nur den Weg. Gefüllt wird dieser Raum erst durch das Programm: das konkrete Workout, die Therapiesitzung, der Ernährungsplan, die erholsame Nacht. Es ist der einzige Hebel, der alle Säulen des Wohlbefindens zugleich anspricht, und der einzige, der alle Beschäftigten direkt erreicht, unabhängig davon, wer zufällig ihre Führungskraft ist.
Nur 26 % der Beschäftigten bewerten das Wellbeing-Programm ihres Unternehmens in diesem Jahr als gut. Im Vorjahr waren es 29 %, vor zwei Jahren noch 41 %. Mit nachlassendem Interesse an Gesundheit und Wohlbefinden hat dieser Rückgang nichts zu tun: Die Beschäftigten treiben so viel Sport wie seit drei Jahren nicht mehr, die Hälfte von ihnen nimmt Therapieangebote in Anspruch, und gefragt nach fehlender Unterstützung, wünschen sie sich in allen Kategorien mehr. Die Nachfrage nach den Inhalten der Programme steigt, während ihre Bewertung sinkt. Kritisiert wird, dass das Angebot nicht zum tatsächlichen Arbeitsalltag passt.
Die Zufriedenheit mit Wellbeing-Programmen sinkt das dritte Jahr in Folge
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| Vor zwei Jahren | 41 % | bewerteten das Wellbeing-Programm ihres Unternehmens als gut |
| Letztes Jahr | 29 % | bewerteten das Wellbeing-Programm ihres Unternehmens als gut |
| Dieses Jahr | 26 % | bewerten das Wellbeing-Programm ihres Unternehmens als gut |
Das zeigt sich am deutlichsten bei der Zeit: 46 % der Beschäftigten sagen, dass ihr Unternehmen ihnen im Arbeitsalltag weder Zeit noch Freiraum für das eigene Wohlbefinden lässt. Die Nutzung folgt diesem Muster: 41 % der KI-Pionier:innen integrieren mindestens einmal täglich eine Wellbeing-Aktivität in ihren Arbeitstag, bei den KI-Anwender:innen sind es 31 %, bei den KI-Einsteiger:innen 24 %. Das sind genau die Gruppen, deren Zeit von ihren Führungskräften am stärksten beziehungsweise am wenigsten geschützt wird. Ein Programm kann noch so gut durchdacht sein: Es bleibt ungenutzt, wenn man dafür eine Stunde braucht, die der Tag nicht hergibt.
Höhere KI-Kompetenz steigert das Wohlbefinden am Arbeitsplatz
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Pionier:innen | 41 % | integrieren eine Wellbeing-Aktivität mindestens einmal täglich in ihren Arbeitstag |
| KI-Anwender:innen | 31 % | integrieren eine Wellbeing-Aktivität mindestens einmal täglich in ihren Arbeitstag |
| KI-Einsteiger:innen | 24 % | integrieren eine Wellbeing-Aktivität mindestens einmal täglich in ihren Arbeitstag |
Daran muss sich ein modernes Programm messen lassen. Dafür braucht es drei Dinge.
Erstens: Zugänglichkeit. Das Angebot muss sich flexibel in den Tagesablauf einfügen, etwa mit einem Kurs in Büronähe in der Mittagspause, einem Fitnessstudio in Wohnortnähe am Abend oder zehn Minuten Meditation zwischen zwei Calls. Wenn Wellbeing in den ohnehin vorhandenen Freiräumen stattfinden kann, muss niemand erst um größere Zeitfenster verhandeln.
Zweitens: Vielfalt. Auf die Frage, welche Form der Wellbeing-Unterstützung ihnen fehlt, nennen Beschäftigte fast gleich häufig alle Kategorien:
Beschäftigten fehlt Unterstützung in allen Bereichen zugleich
Anteil der Beschäftigten, die angeben, dass ihnen jede einzelne Art von Unterstützung für ihr Wohlbefinden fehlt. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Fitnessprogramme | 29 % |
| Therapie oder Coaching | 29 % |
| Tools für finanzielles Wohlbefinden | 28 % |
| Flexible Arbeitsregelungen | 28 % |
| Ernährung | 27 % |
| Achtsamkeit | 27 % |
Beschäftigte wünschen sich also nicht nur einen einzelnen Benefit, sondern das Gesamtpaket, denn die Säulen stützen sich gegenseitig: Guter Schlaf macht das morgendliche Workout wahrscheinlicher, das Workout stabilisiert die mentale Gesundheit, eine ausgewogene Mahlzeit gibt Energie für beides, und ein gemeinsamer Kurs stellt die soziale Verbundenheit wieder her, die der Arbeitsalltag schleichend aufzehrt. Wer nur eine Säule stärkt, hilft nur in diesem einen Bereich. Wer mehrere gemeinsam stärkt, bewirkt, dass sie sich gegenseitig verstärken.
Drittens: Bandbreite. Wer seit Jahren keinen Sport getrieben hat, braucht einen behutsamen Einstieg, zum Beispiel einen Anfängerkurs oder einen Spaziergang, der bereits zählt. Wer fünfmal pro Woche trainiert, braucht Angebote auf dem eigenen Niveau. Ein einzelnes Angebot wird beiden nicht gerecht. Deshalb enttäuschen Programme, die auf ein einziges Fitnessstudio oder eine einzelne App setzen, immer jemanden: diejenigen, für die sie nicht gemacht sind.
Ob ein Programm diese drei Anforderungen erfüllt, zeigt dem Benefits-Team eine einzige Kennzahl. Die Anmeldequote verrät, wer sich registriert hat. Das Engagement zeigt, wer dauerhaft dabeibleibt. Dauerhafte Nutzung erreicht nur ein Programm, das leicht zugänglich, breit genug aufgestellt und für jedes Niveau geeignet ist.
Zusammengenommen erzählen die drei Hebel dieselbe Geschichte: Die KI-Richtlinie existiert, aber die Beschäftigten, die Orientierung am dringendsten bräuchten, haben nie von ihr gehört. Die Führungskraft engagiert sich, doch ihre Aufmerksamkeit kommt vor allem denjenigen zugute, die ohnehin gut dastehen. Das Programm wird finanziert, aber der Hälfte der Belegschaft fehlt die Zeit, es zu nutzen. Absicht steckt nicht dahinter. So läuft es, wenn ein Unternehmen davon ausgeht, dass Unterstützung von allein bei den Menschen ankommt. Unternehmen, die diese Lücke schließen, gehen gezielt vor, und zwar an beiden Enden zugleich: mit einem Programm, das zugänglich, vielfältig und attraktiv genug ist, um allen Beschäftigten ein solides Fundament zu bieten, und mit entlasteten Führungskräften, die sich auf das konzentrieren können, was nur sie leisten können: die Menschen zu fördern, die den weitesten Weg vor sich haben. Welchen Wert das für die Bindung von Beschäftigten und die Unternehmensleistung hat, zeigen die folgenden Daten.
5Wohlbefinden als Hebel für Leistungsfähigkeit im KI-Zeitalter
Das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, gilt meist als technologische Aufgabe: die richtigen Tools auswählen, die Belegschaft schnell genug schulen, der Entwicklung einen Schritt voraus sein. Doch jeder Fortschritt, den KI ermöglicht, hängt am Ende von Menschen ab. Von ihnen wird erwartet, dass sie schneller lernen, mehr leisten und sich ohne Erholungsphasen ständig anpassen. Diese Dauerbelastung hält niemand durch, der auf Reserve läuft. Gut unterstützte Beschäftigte halten mit dem Tempo des KI-Zeitalters Schritt. Wer keine Unterstützung erhält, kündigt: erst innerlich, dann schriftlich.
5.1Wohlbefinden stärkt die Leistungsfähigkeit
Im Januar 2021 hätte ein Investor eine ungewöhnliche Strategie testen können: alle Finanzkennzahlen ignorieren und stattdessen in die 100 börsennotierten Unternehmen investieren, deren Beschäftigte ihr Wohlbefinden am besten bewerteten. Zwei Jahre später hätte dieses Portfolio den S&P 500 um 20 % übertroffen. Die Ergebnisse stammen vom Wellbeing Research Centre der Universität Oxford. Es hat 1.636 börsennotierte Unternehmen danach bewertet, wie es ihrer Belegschaft tatsächlich geht, und diese Werte mit den Fundamentaldaten abgeglichen: Unternehmen mit höherem Wohlbefinden erzielten eine bessere Gesamtkapitalrendite, höhere Gewinne und eine stärkere Marktperformance (De Neve et al., 2023). Wohlbefinden mag wie eine weiche Kennzahl wirken, an den Märkten verhält es sich jedoch wie ein Frühindikator für den Unternehmenserfolg.
Der Mechanismus dahinter ist keineswegs rätselhaft: Moderne Arbeit lebt von Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen und Belastbarkeit. Diese Ressourcen bauen sich durch Schlaf, Bewegung, ausgewogene Ernährung und soziale Kontakte auf und regenerieren sich dadurch. KI hat die kognitive Intensität fast jedes Aufgabenbereichs erhöht: Neue Tools müssen erlernt, Arbeitsergebnisse geprüft und ein immer höheres Tempo gehalten werden. Wer diese Reserven pflegt, kann dieser Intensität begegnen. Wer erschöpft arbeitet, fällt von Woche zu Woche weiter zurück. Die Beschäftigten sehen das genauso: 87 % sagen, dass sie bessere Leistungen erbringen, wenn sie ihr Wohlbefinden priorisieren.
Beschäftigte erbringen bessere Leistungen am Arbeitsplatz, wenn sie ihrem Wohlbefinden Priorität einräumen
Anteil der Beschäftigten, die angeben, bei der Arbeit bessere Leistungen zu erbringen, wenn sie ihr Wohlbefinden priorisieren. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Geben an, bei der Arbeit bessere Leistungen zu erbringen, wenn sie ihr Wohlbefinden priorisieren | 87 % |
Für diejenigen, die sich am stärksten anpassen müssen, ist die Unterstützung beim Wohlbefinden am wichtigsten. 73 % der KI-Pionier:innen sagen, dass ihnen der Zugang zu Wellbeing-Angeboten hilft, in einem KI-geprägten Umfeld leistungs- und anpassungsfähig zu bleiben. Bei den KI-Anwender:innen sind es 46 %, bei den KI-Einsteiger:innen 24 %. Um diesen Abstand einzuordnen, lohnt der Blick auf beide Enden: KI-Pionier:innen arbeiten unter Höchstlast und behaupten sich dennoch. Für sie sind Wellbeing-Angebote eine Energiequelle, denn Workout und erholsamer Schlaf gehören zu ihrer Strategie, das Tempo durchzuhalten. KI-Einsteiger:innen dagegen stehen vor Tools, die sie noch nicht beherrschen, und wissen nicht, ob ihr Arbeitsplatz den Wandel übersteht. Ihnen fehlt zuerst kein Gesundheitskurs, sondern Schulung, Zeit zum Lernen und die Aussicht auf eine sichere Zukunft. Bei so viel Unsicherheit geraten Unterstützungsangebote leicht aus dem Blick. KI-Einsteiger:innen sagen nicht, dass sie weniger Wellbeing-Unterstützung brauchen. Sie sagen, dass auch sie befähigt werden müssen, und damit haben sie recht.
Unterstützung für das Wohlbefinden ist für Leistungsträger, die die größten Veränderungen aktiv mit vorantreiben, am wichtigsten
Anteil der einzelnen KI-Nutzergruppen, die angeben, dass der Zugang zu Wellbeing-Angeboten ihnen hilft, in einem KI-gesteuerten Umfeld leistungs- und anpassungsfähig zu bleiben. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Einsteiger:innen | 24 % | geben an, dass Wellbeing-Programme helfen, leistungs- und anpassungsfähig zu bleiben |
| KI-Anwender:innen | 46 % | geben an, dass Wellbeing-Programme helfen, leistungs- und anpassungsfähig zu bleiben |
| KI-Pionier:innen | 73 % | geben an, dass Wellbeing-Programme helfen, leistungs- und anpassungsfähig zu bleiben |
Daraus folgt: Beide Investitionen wirken nur gemeinsam. Erhalten KI-Einsteiger:innen die nötige Qualifizierung, die Zeit und einen Grund zur Zuversicht, entfaltet Wellbeing-Unterstützung bei ihnen vermutlich dieselbe Wirkung wie bei den KI-Pionier:innen. Nur 18 % der KI-Einsteiger:innen sagen, dass sie Zeit und Unterstützung erhalten haben, um die KI-Skills aufzubauen, die ihre Rolle verlangt, bei den KI-Pionier:innen sind es 73 %. Die meisten Unternehmen führen dieses Experiment also derzeit nur in einem einzigen Teil ihrer Belegschaft durch. Die 73 % der KI-Pionier:innen, die den Wert von Wellbeing-Angeboten bestätigen, geben einen Vorgeschmack darauf, was der Rest der Belegschaft sagen wird, sobald er entsprechend gestärkt wird.
Der Arbeitsmarkt hat das längst eingepreist: 83 % der Beschäftigten sagen, dass sie bei der Suche nach ihrem nächsten Job nur Arbeitgeber in Betracht ziehen, die klar auf Wellbeing setzen. Investor:innen belohnen Unternehmen, die für das Wohlbefinden ihrer Belegschaft sorgen, und Bewerber:innen setzen es heute voraus. Ein Unternehmen, das Wellbeing lediglich als Kostenfaktor betrachtet, stellt sich gegen beide.
5.2Ganzheitliches Wohlbefinden stärkt Resilienz und Bindung
Wellbeing-Budgets beruhen oft auf Kompromissen. In diesem Jahr wird das Fitnessangebot finanziert, im nächsten vielleicht die mentale Gesundheit, die Meditations-App kommt dazu, und das Thema Ernährung muss noch warten. Hinter solchen Entscheidungen steht eine Annahme, die so geläufig ist, dass kaum jemand sie ausspricht: Die einzelnen Säulen des Wohlbefindens seien voneinander unabhängige Bausteine, von denen ein Unternehmen einfach die zwei oder drei auswählen könne, die ins Budget passen.
Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass sich die Säulen nicht wie getrennte Bausteine verhalten. Bei körperlichem Wohlbefinden, mentaler Gesundheit, Ernährung und Schlaf führen jeweils dieselben Beschäftigten das Feld an, und dieselben bilden in genau derselben Reihenfolge das Schlusslicht. Menschen sind nicht in einem Bereich gesund und im anderen nicht. Wohlbefinden funktioniert als Gesamtsystem, und es gerät auch als Gesamtsystem ins Wanken: Fehlender Schlaf lässt das Workout ausfallen, und das ausgefallene Workout macht den Arbeitstag noch anstrengender. Ein Unternehmen, das zwei von fünf Säulen finanziert, erzielt nicht zwei Fünftel der Wirkung. Es lässt das verbindende System dahinter außer Acht.
Eine Säule hält die anderen zusammen: die soziale Verbundenheit. 64 % der Beschäftigten sagen, dass Gemeinschaft und soziale Unterstützung ihre Wellbeing-Routinen langfristig am Laufen halten. Und 41 % sagen, dass ihre Wellbeing-Routine selbst eine Möglichkeit ist, sich mit anderen verbunden zu fühlen.
Soziale Kontakte halten gesunde Gewohnheiten lebendig und stärken die Gemeinschaft
Anteil der Beschäftigten, die angeben, dass Gemeinschaft oder soziale Unterstützung ihre langfristigen gesunden Gewohnheiten lebendig hält, und für die ihre Wellbeing-Routine selbst eine Möglichkeit ist, sich mit anderen verbunden zu fühlen. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert |
|---|---|
| Gemeinschaft oder soziale Unterstützung hält langfristige Wellbeing-Gewohnheiten am Leben | 64 % |
| Die Wellbeing-Routine selbst ist eine Möglichkeit, sich mit anderen verbunden zu fühlen | 41 % |
Beide Zahlen zusammen zeigen: Verbundenheit erhält Gewohnheiten, und aus Gewohnheiten entsteht Verbundenheit. Gemeinschaft schafft zudem Verbindlichkeit. Einen Vorsatz, den man nur sich selbst gegenüber fasst, schiebt man auf. Eine Verabredung mit Menschen, die einen im Morgenkurs erwarten, eher nicht. Für Beschäftigte im Homeoffice, deren Arbeitsalltag am wenigsten Raum für zufällige Begegnungen bietet, kann eine gemeinsame Wellbeing-Routine das verlässlichste Gemeinschaftserlebnis im Berufsleben sein. Damit wird sie zum Fundament für alle anderen Bereiche. Ein Benefit, den man allein nutzt, wird irgendwann aufgegeben. Ein Kurs mit vertrauten Gesichtern wird besucht.
Auch HR-Verantwortliche, die unabhängig von den Beschäftigten befragt wurden, beschreiben aus Managementsicht dieselbe Wechselwirkung. Auf die Frage, was die Leistungsfähigkeit und Resilienz der Beschäftigten langfristig sichert, stufen sie alle Säulen als nahezu gleich wichtig ein: 84 % nennen Fitness und körperliche Aktivität, 83 % Schlaf und Erholung, 78 % soziale Verbundenheit, 76 % Psychotherapie und Achtsamkeit und 75 % Ernährung (Wellhub, Wellbeing-ROI 2026). Fünf Säulen liegen also innerhalb von nur neun Prozentpunkten. Auch für die Fachleute, die Belegschaften beruflich begleiten, ist keine Säule verzichtbar.
Was dieses Gesamtsystem bewirkt, ist die Belastbarkeit, um die es in diesem Kapitel geht. Beschäftigte, die sich für die Arbeit mit KI gut gerüstet fühlen, berichten fast doppelt so häufig von hoher Resilienz wie diejenigen, die sich am wenigsten vorbereitet fühlen (87 % gegenüber 45 %). Dieses Gefühl ist keine Persönlichkeitseigenschaft, sondern das Ergebnis von Zeit, Schulung und Unterstützung, die ein Unternehmen bereitstellt oder eben nicht. Dasselbe gilt für die Bindung an das Unternehmen, und die Rechnung für ihre Vernachlässigung kommt bereits: 36 % der Beschäftigten berichten derzeit von emotionaler Distanzierung, einem Zustand, der entsteht, wenn Überlastung unbehandelt bleibt. Resilienz und Engagement sind das Ergebnis eines funktionierenden Systems. Wird nur eine Säule gefördert und der Rest vernachlässigt, liefert dieses System beides zunehmend nicht mehr.
5.3Wer am ehesten wechselt, ist am schwersten zu ersetzen
In keinem Kündigungsschreiben steht, dass das Wellbeing-Angebot des Unternehmens unzureichend war. Dort ist von einem attraktiveren Angebot die Rede, von einer neuen beruflichen Chance oder schlicht vom passenden Zeitpunkt. Die eigentliche Entscheidung reift jedoch schon Monate vorher, und zwar am schnellsten bei den Menschen, auf die ein Unternehmen am wenigsten verzichten kann.
87 % der KI-Pionier:innen würden erwägen, ein Unternehmen zu verlassen, das sich nicht um das Wohlbefinden seiner Beschäftigten kümmert. Bei den KI-Anwender:innen sind es 84 %, bei den KI-Einsteiger:innen 73 %.
Beschäftigte würden einen Arbeitgeberwechsel in Erwägung ziehen, wenn ihr Unternehmen das Thema Wellbeing vernachlässigt
Anteil der KI-Nutzergruppen, die erwägen würden, ein Unternehmen zu verlassen, das dem Wohlbefinden keine Priorität einräumt. Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.
| Kategorie | Wert | Hinweise |
|---|---|---|
| KI-Pionier:innen | 87 % | würden eine Kündigung erwägen, wenn Wohlbefinden keine Priorität ist |
| KI-Anwender:innen | 84 % | würden eine Kündigung erwägen, wenn Wohlbefinden keine Priorität ist |
| KI-Einsteiger:innen | 73 % | würden eine Kündigung erwägen, wenn Wohlbefinden keine Priorität ist |
Selbst der niedrigste dieser drei Werte entspricht fast drei von vier Beschäftigten. Wohlbefinden ist für nahezu alle zur Bedingung dafür geworden, im Unternehmen zu bleiben. Je höher die KI-Kompetenz, desto nachdrücklicher wird diese Erwartung, und am stärksten ist sie ausgerechnet bei der Gruppe, deren Weggang am teuersten wäre.
Was ein Unternehmen verliert, wenn KI-Pionier:innen kündigen, lässt sich konkret benennen: Es sind Fachkräfte, die KI selbstverständlich in ihrer täglichen Arbeit einsetzen, und mehr als die Hälfte von ihnen leitet zusätzlich Kolleg:innen an. Mit ihnen gehen also gleich zwei Aufgabenbereiche verloren: die eigene Arbeitsleistung und das informelle Schulungsprogramm, das sie unentgeltlich getragen haben. Laut Gallup kostet der Ersatz einer Fachkraft das Halbe bis Zweifache ihres Jahresgehalts, und zwar unter der Annahme, dass sich leicht Ersatz findet. Bei KI-Pionier:innen ist das selten der Fall: 62 % der HR-Verantwortlichen sorgen sich, Talente mit gefragten KI-Skills zu verlieren (Wellhub, Wellbeing-ROI 2026), und seltene Qualifikationen treiben die Kosten der Wiederbesetzung zusätzlich in die Höhe. Die Beschäftigten, deren Verlust Unternehmen am meisten fürchten, sind also am ehesten bereit, für ihr Wohlbefinden Konsequenzen zu ziehen. Sie sagen offen, was sie dafür verlangen, und es ist kein Geld.
Für die Arbeit von HR-Teams ist entscheidend: Fast nichts davon ist unvermeidlich. Laut Gallup geben 52 % der Beschäftigten, die freiwillig kündigen, an, dass ihre Führungskraft oder ihr Unternehmen den Abgang hätte verhindern können. Oft gibt es klare Warnsignale. In diesen Daten zeigen sie sich in den Antworten zum Wohlbefinden, die Monate erhoben werden, bevor jemand seinen Lebenslauf aktualisiert. Wer sie als Frühindikator versteht und nicht erst nach dem Abgang nach Ursachen sucht, erspart sich so manches Kündigungsschreiben.
6Der Wellhub-Effekt
6.1Der Unterschied zeigt sich bei allen Säulen des Wohlbefindens
Bis hierher ging es darum, wie gute Unterstützung für das Wohlbefinden aussehen sollte: Sie fügt sich nahtlos in die Freiräume eines realen Arbeitstags ein. Sie deckt jede Säule ab, statt eine Entscheidung zwischen ihnen zu erzwingen. Sie funktioniert für Beschäftigte, die sich noch nie um ihr Wohlbefinden gekümmert haben, ebenso wie für diejenigen, die seit Jahren trainieren. Und sie erreicht alle, nicht nur die Menschen, die ihre Führungskraft ohnehin schon schützt. Das klingt nach einem Wunschzettel. Der Rest dieses Kapitels zeigt jedoch, was in Unternehmen passiert, in denen daraus gelebte Realität geworden ist: Wir vergleichen Beschäftigte in Unternehmen mit Wellhub mit Beschäftigten in Unternehmen ohne Wellhub.
Ein Faktor bleibt dabei konstant: Alle einbezogenen Beschäftigten arbeiten für ein Unternehmen, das ein Wellbeing-Programm finanziert. Der einzige Unterschied ist das Programm selbst.
67 % der Beschäftigten mit Wellhub bewerten ihr allgemeines Wohlbefinden als gut oder sehr gut, bei Beschäftigten mit einem anderen Programm sind es 51 %. In einem Unternehmen mit 1.000 Beschäftigten entspricht das 160 Menschen, denen es gut geht, statt dass sie gerade so zurechtkommen, und das allein abhängig vom gewählten Programm.
Dieser Vorteil zeigt sich bei jeder einzelnen Säule, am deutlichsten aber dort, wo es am schwierigsten ist. Beschäftigte mit Wellhub bewerten ihr mentales Wohlbefinden besser (68 % gegenüber 51 %), ebenso ihr körperliches Wohlbefinden (69 % gegenüber 52 %). Bei der Fitness sind es 66 % gegenüber 42 %, bei der Ernährung 59 % gegenüber 36 %. Beim Schlaf, der schwächsten Säule der Belegschaft, stehen 55 % gegenüber 28 %, also fast das Doppelte.
Die Reihenfolge dieser Ergebnisse erzählt die eigentliche Geschichte: Ernährung und Schlaf sind die Säulen, bei denen andere Programme die geringsten Fortschritte erzielen, und genau dort fallen die Unterschiede zwischen Beschäftigten mit und ohne Wellhub am größten aus. Das ist der Vorteil der Breite: Die Unterstützung erreicht auch jene Säulen, die ein reines Fitnessangebot nie abdeckt.
Beschäftigte mit Wellhub schneiden in allen Säulen des Wohlbefindens besser ab
Sechs Fragen zu sechs verschiedenen Säulen des menschlichen Wohlbefindens – und Beschäftigte mit Wellhub erzielen in allen Bereichen bessere Ergebnisse.
| Kategorie | Mit Wellhub | Ohne Wellhub |
|---|---|---|
| Mentales Wohlbefinden: gut oder sehr gut | 68 % | 51 % |
| Körperliches Wohlbefinden: gut oder sehr gut | 69 % | 52 % |
| Fitness: fit oder sehr fit | 66 % | 42 % |
| Ernährung: gesund oder sehr gesund | 59 % | 36 % |
| Allgemeines Wohlbefinden: gut oder sehr gut | 67 % | 51 % |
| Schlaf: gesund oder sehr gesund | 55 % | 28 % |
6.2Warum das Konzept überzeugt
Ein Programm wirkt, wenn Beschäftigte es tatsächlich nutzen können: wenn es leicht zugänglich, vielseitig und für jedes Niveau ausgelegt ist. Genau dafür hat sich Wellhub entschieden. Eine einzige Mitgliedschaft deckt Fitness, Achtsamkeit, Ernährung und Schlaf ab, sodass Beschäftigte sich nie fragen müssen, welchen Teil ihres Wohlbefindens sie zuerst fördern. Dieselbe Mitgliedschaft unterstützt die Person, die nach Jahren ihren ersten Kurs besucht, ebenso wie diejenige, die fünfmal pro Woche trainiert. So erreicht das Angebot Einsteiger:innen und Pionier:innen gleichermaßen und nicht nur einen Teil der Belegschaft. Es passt in die Zeitfenster, die ein realer Arbeitstag bietet: ein Kurs in Büronähe in der Mittagspause, ein Fitnessstudio in Wohnortnähe am Abend oder eine kurze Einheit in den zehn Minuten zwischen zwei Calls. Und weil vieles davon gemeinsam stattfindet, im Kurs, im Studio, mit vertrauten Gesichtern, entsteht die Verbindlichkeit, die eine Gewohnheit auch über den Januar hinaus trägt.
Auf die gesamte Belegschaft hochgerechnet, entsteht daraus weit mehr als eine persönliche Gewohnheit. Wenn eine einzelne Person mittags einen Kurs besucht, ist das eine Routine. Tun es Hunderte, wird daraus Kultur: Der Kurs steht in den Kalendern, man spricht darüber, und Kolleg:innen schließen sich an, statt die Stirn zu runzeln. Eine gemeinsame Mitgliedschaft ist genau das Instrument, mit dem Führungskräfte das vorleben können. Wer Zugang zu Wellhub hat, nutzt dasselbe Angebot wie das gesamte Team. Besucht eine Führungskraft in der Mittagspause einen Kurs oder geht zwischen zwei Calls spazieren, nimmt sie kein exklusives Manager-Privileg in Anspruch, sondern nutzt sichtbar das, wozu sie auch andere ermutigt. Jede offene Nutzung ist eine sichtbare Erlaubnis für das Team, und keine Rundmail vermittelt sie so überzeugend wie der Kalender der Führungskraft. Die Beschäftigten spüren diesen Unterschied: 71 % in Unternehmen mit Wellhub sagen, dass Wellbeing fest in der Unternehmenskultur verankert ist, bei Beschäftigten mit einem anderen Angebot sind es nur 32 %. Das ist der größte Unterschied aller Messwerte in diesem Jahr. Die Resilienz profitiert davon: 76 % fühlen sich in der Lage, sich dem Tempo des Wandels am Arbeitsplatz anzupassen (gegenüber 57 %), und 70 % sagen, dass sie bei der Arbeit zufrieden sind (gegenüber 43 %). Eine Belegschaft, die sich jeden Tag ein Stück weit erholt, hat mehr Reserven, wenn das Tempo anzieht.
Kultur, Resilienz und Zufriedenheit zeigen dasselbe Bild
Arbeitsumfelder, die echte Unterstützung bieten, sind auch diejenigen, in denen Beschäftigte Veränderungen bewältigen können, ohne daran zu zerbrechen – und tatsächlich jeden Tag gerne zur Arbeit kommen.
| Kategorie | Mit Wellhub | Ohne Wellhub |
|---|---|---|
| Geben an, dass Wellbeing fest in der Unternehmenskultur verankert ist | 71 % | 32 % |
| Fühlen sich in der Lage, sich dem Tempo der Veränderungen bei der Arbeit anzupassen | 76 % | 57 % |
| Sind zufrieden oder sehr zufrieden in ihrem Unternehmen | 70 % | 43 % |
6.3Auch Unternehmen sehen den Unterschied
Arbeitgeber erleben den Schlaf oder die Ernährung ihrer Beschäftigten nicht direkt. Sie erleben, was daraus entsteht: Gesundheitskosten, Arbeitsleistung und die Art, wie ein Team ein herausforderndes Quartal meistert. In allen diesen Punkten berichten Unternehmen, die Wellhub anbieten, von besseren Ergebnissen als Unternehmen mit anderen Wellbeing-Programmen (Wellhub, Wellbeing-ROI 2026).
Beginnen wir mit der Kennzahl, die die Finanzleitung als Erstes prüft: 73 % der Unternehmen mit Wellhub berichten von gesunkenen Gesundheitskosten, bei Unternehmen mit anderen Programmen sind es 45 %. Wird Wellbeing über längere Zeit vernachlässigt, wird daraus irgendwann ein medizinisches Problem. Die Gesundheitskosten sind deshalb der härteste Test für ein Wellbeing-Programm, und genau hier ist der Unterschied am größten.
Bei den Leistungskennzahlen zeigt sich dasselbe Muster: 95 % der HR-Verantwortlichen in Unternehmen mit Wellhub berichten von einer gestiegenen Produktivität der Beschäftigten, bei Unternehmen mit anderen Programmen sind es 88 %. Die meisten Wellbeing-Investitionen steigern die Produktivität, Wellhub tut es jedoch noch verlässlicher. 75 % der HR-Verantwortlichen in Unternehmen mit Wellhub berichten von einer besseren mentalen Gesundheit der Beschäftigten, bei Unternehmen mit anderen Programmen sind es 59 %. Außerdem sagen 90 %, Wellhub habe die Resilienz ihrer Beschäftigten im Umgang mit beruflichen Herausforderungen gestärkt. Bei anderen Programmen schreiben 82 % der HR-Verantwortlichen ihnen diesen Effekt zu.
Wellhub verschafft Unternehmen einen Vorteil im Vergleich zu anderen Wellbeing-Programmen
| Kategorie | Mit Wellhub | Ohne Wellhub |
|---|---|---|
| Registrieren geringere Gesundheitskosten | 73 % | 45 % |
| Beobachten eine gesteigerte Produktivität | 95 % | 88 % |
| Verzeichnen eine verbesserte mentale Gesundheit | 75 % | 59 % |
| Erklären, darauf vorbereitet zu sein, die mentale Gesundheit der Beschäftigten in Zeiten des Wandels zu unterstützen | 95 % | 88 % |
| Geben an, dass die Führungsebene sicherstellt, dass Beschäftigte bei Änderungen im Unternehmen Zugang zu Ressourcen für mentale Gesundheit erhalten | 80 % | 68 % |
| Beobachten, dass Wellbeing-Programme die Resilienz der Beschäftigten erhöhen | 90 % | 82 % |
Das Unternehmen finanziert den Benefit, die Beschäftigten nutzen ihn. Beide Seiten bestätigen die Wirkung und beschreiben dieselbe Wirkungskette aus unterschiedlichen Blickwinkeln: Beschäftigte leisten mehr, wenn ihr Wohlbefinden stabil bleibt. Es bleibt stabil, wenn die Unterstützung sie tatsächlich erreicht. Und sie erreicht sie, wenn sie so gestaltet ist, wie Menschen nun einmal funktionieren: zugänglich, vielfältig und gemeinschaftlich. Das ist der Wellhub-Effekt.
7Fazit
Die Technologien am Arbeitsplatz haben sich in den vergangenen drei Jahren stärker verändert als in den drei Jahrzehnten davor. Die Menschen, die sie nutzen, sind dagegen dieselben geblieben: Sie brauchen weiterhin Schlaf, Ernährung, Bewegung und Miteinander, und zwar gerade in Zeiten eines tiefgreifenden Umbruchs, wie ihn KI in den Arbeitsalltag gebracht hat. Die KI-Strategie eines jeden Unternehmens ist, ob ausgesprochen oder nicht, eine Wette darauf, wie lange die Beschäftigten dieses Veränderungstempo durchhalten. Diese Wette lässt sich gewinnen.
Allerdings nur unter bestimmten Bedingungen. Beschäftigte, die mit der KI-Entwicklung Schritt halten, sind nicht belastbarer als andere. Sie werden schlicht besser unterstützt. Sie nehmen sich während des Arbeitstags Zeit für ihr Wohlbefinden, und ihre Führungskräfte schützen diese Zeitfenster. Sie wissen genau, was ihr Unternehmen beim Einsatz von KI von ihnen erwartet, und müssen deshalb nicht zusätzlich zur Arbeitslast auch noch Ungewissheit tragen. Und sie fühlen sich in ihrer beruflichen Zukunft sicher genug, um nachts ruhig zu schlafen. Fehlen diese Bedingungen, gerät dieselbe Person ins Straucheln. Sind sie gegeben, kann sich auch eine überforderte Person wieder fangen. Die Ergebnisse dieses Jahres zeigen deutlich: Es gibt keine von Natur aus unverwüstlichen Beschäftigten.
Es gibt nur gut unterstützte und nicht unterstützte. Für Arbeitgeber lässt sich das auf drei konkrete Maßnahmen zuspitzen:
- Eine klare KI-Richtlinie: Sie wird formuliert, kontinuierlich kommuniziert und von Führungskräften sichtbar vorgelebt. Denn Orientierung ist die günstigste Form der Fürsorge, die ein Unternehmen bieten kann.
- Handlungsfähige Führungskräfte: Sie fördern aktiv das Wohlbefinden ihres Teams, statt nur Ergebnisse einzufordern, schützen die dafür nötigen Zeitfenster und leben diese Kultur offen vor, etwa mit dem Kurs um 12 Uhr im Kalender oder dem Spaziergang zwischen zwei Terminen. So hängt die Unterstützung nicht mehr davon ab, an welche Führungskraft man gerät.
- Ein integriertes Wellbeing-Programm mit echter Reichweite: Es deckt alle Säulen ab, passt zu jedem Fitness- und Erfahrungsniveau und fügt sich in einen realen Arbeitstag ein. Denn die Säulen stehen und fallen gemeinsam, und ein Angebot, das nur zwei von ihnen abdeckt, kann den Rest nicht tragen.
Der ROI dieser Maßnahmen ist keine Gefühlssache. Beschäftigte bestätigen fast einhellig, dass sie bessere Leistungen erbringen, wenn ihr Wohlbefinden stabil ist. Unternehmen, deren Belegschaften die höchsten Wellbeing-Werte aufweisen, übertreffen ihre Wettbewerber bei Gewinn und Marktrendite deutlich. Und wer ohne Unterstützung am ehesten kündigt, sind ausgerechnet die Talente mit den gefragtesten Qualifikationen und den meisten Headhunter-Anfragen im Postfach. Nach Aussage der Hälfte dieser Beschäftigten hätte sich ihr Abgang verhindern lassen. Eine Investition in KI zahlt sich über die Menschen aus oder gar nicht.
Genau dafür ist Wellhub gemacht: Eine einzige Mitgliedschaft bündelt Fitness, Achtsamkeit, Ernährung und Schlaf und wird dabei der Person, die nach Jahren ihren ersten Kurs besucht, ebenso gerecht wie derjenigen, die fünfmal pro Woche trainiert, und das in jedem Zeitfenster, das der Tag bietet. Weil das gesamte Team dasselbe Angebot nutzt, gibt eine Führungskraft schon durch die eigene Nutzung die Erlaubnis dazu, und aus einer individuellen Maßnahme wird gelebte Unternehmenskultur. Beschäftigte in Unternehmen mit Wellhub berichten bei allen Säulen des Wohlbefindens von besseren Ergebnissen als Beschäftigte mit anderen Programmen. Ihre Arbeitgeber verzeichnen niedrigere Gesundheitskosten und eine höhere Produktivität. Beide Seiten beschreiben dasselbe: Unterstützung, die dort ankommt, wo sie wirken soll.
Gestärkt aus diesem Wandel gehen nicht die Unternehmen hervor, die KI am schnellsten eingeführt haben, sondern die, die die Menschen, die KI einführen, aktiv unterstützt haben.
8Wohlbefinden weltweit
| Segment | Global | USA | Vereinigtes Königreich | Brasilien | Argentinien | Chile | Spanien | Italien | Deutschland | Mexiko | Rumänien |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Tägliche Burnout-Symptome | |||||||||||
| Pionier:innen | 24 % | 38 % | 23 % | 23 % | 25 % | 19 % | 23 % | 19 % | 20 % | 26 % | 21 % |
| Anwender:innen | 22 % | 37 % | 23 % | 20 % | 27 % | 18 % | 20 % | 21 % | 13 % | 22 % | 17 % |
| Einsteiger:innen | 16 % | 22 % | 11 % | 11 % | 27 % | 18 % | 17 % | 11 % | 16 % | 15 % | 16 % |
| Stimmen zu: KI hat den bedeutungsvollen Austausch mit Kolleg:innen verringert | |||||||||||
| Pionier:innen | 48 % | 65 % | 54 % | 36 % | 42 % | 39 % | 51 % | 43 % | 49 % | 52 % | 52 % |
| Anwender:innen | 39 % | 50 % | 43 % | 34 % | 38 % | 32 % | 41 % | 39 % | 32 % | 47 % | 35 % |
| Einsteiger:innen | 22 % | 24 % | 18 % | 19 % | 24 % | 19 % | 26 % | 16 % | 20 % | 28 % | 25 % |
| Würden ein Unternehmen verlassen, das Wohlbefinden nicht priorisiert | |||||||||||
| Alle Beschäftigten | 84 % | 82 % | 83 % | 89 % | 83 % | 82 % | 88 % | 80 % | 69 % | 91 % | 89 % |
| Pionier:innen | 87 % | 90 % | 90 % | 93 % | 86 % | 83 % | 87 % | 81 % | 87 % | 85 % | 89 % |
| Anwender:innen | 83 % | 83 % | 83 % | 91 % | 84 % | 81 % | 85 % | 72 % | 76 % | 86 % | 86 % |
| Einsteiger:innen | 73 % | 73 % | 72 % | 87 % | 79 % | 74 % | 78 % | 58 % | 72 % | 79 % | 78 % |
| Nutzen KI-Tools regelmäßig für das eigene Wohlbefinden | |||||||||||
| Pionier:innen | 50 % | 67 % | 51 % | 52 % | 43 % | 45 % | 47 % | 43 % | 56 % | 44 % | 51 % |
| Anwender:innen | 23 % | 31 % | 22 % | 18 % | 22 % | 28 % | 24 % | 18 % | 20 % | 24 % | 22 % |
| Einsteiger:innen | 11 % | 17 % | 9 % | 9 % | 16 % | 7 % | 9 % | 6 % | 12 % | 15 % | 10 % |
| Coachen Kolleg:innen in der Nutzung von KI-Tools | |||||||||||
| Pionier:innen | 79 % | 86 % | 82 % | 82 % | 78 % | 77 % | 71 % | 74 % | 76 % | 81 % | 79 % |
| Anwender:innen | 36 % | 40 % | 34 % | 42 % | 38 % | 37 % | 31 % | 33 % | 27 % | 37 % | 40 % |
| Einsteiger:innen | 7 % | 11 % | 4 % | 6 % | 7 % | 3 % | 4 % | 5 % | 9 % | 10 % | 9 % |
| Geben an, dass KI ihre Arbeitsbelastung erhöht hat | |||||||||||
| Alle Beschäftigten | 30 % | 41 % | 30 % | 31 % | 26 % | 27 % | 27 % | 22 % | 27 % | 37 % | 30 % |
| Pionier:innen | 40 % | 60 % | 43 % | 37 % | 32 % | 30 % | 39 % | 34 % | 42 % | 44 % | 45 % |
| Anwender:innen | 28 % | 37 % | 27 % | 20 % | 25 % | 31 % | 25 % | 27 % | 24 % | 36 % | 28 % |
| Einsteiger:innen | 15 % | 19 % | 14 % | 13 % | 16 % | 13 % | 12 % | 10 % | 15 % | 21 % | 19 % |
| Schätzen ihre Arbeitsplatzsicherheit besser ein als im Vorjahr | |||||||||||
| Pionier:innen | 53 % | 52 % | 57 % | 55 % | 49 % | 57 % | 41 % | 45 % | 46 % | 69 % | 48 % |
| Anwender:innen | 33 % | 31 % | 36 % | 42 % | 32 % | 31 % | 37 % | 26 % | 21 % | 51 % | 29 % |
| Einsteiger:innen | 22 % | 25 % | 18 % | 28 % | 26 % | 25 % | 20 % | 16 % | 21 % | 36 % | 21 % |
| Nennen Bildschirmzeit als Störfaktor für erholsamen Schlaf | |||||||||||
| Alle Beschäftigten | 30 % | 30 % | 27 % | 38 % | 35 % | 33 % | 26 % | 25 % | 22 % | 29 % | 30 % |
| Befinden sich derzeit in Therapie/Coaching (in jeglicher Form) (jede Form) | |||||||||||
| Alle Beschäftigten | 48 % | 56 % | 48 % | 60 % | 49 % | 49 % | 49 % | 36 % | 42 % | 57 % | 37 % |
| Bewerten ihr allgemeines Wohlbefinden als gut oder sehr gut | |||||||||||
| Alle Beschäftigten | 55 % | 63 % | 54 % | 58 % | 53 % | 53 % | 59 % | 48 % | 44 % | 67 % | 53 % |
| Wellbeing-Angebote helfen, in einem KI-geprägten Umfeld leistungs- und anpassungsfähig zu bleiben | |||||||||||
| Pionier:innen | 73 % | 81 % | 76 % | 75 % | 71 % | 70 % | 73 % | 67 % | 59 % | 76 % | 74 % |
| Anwender:innen | 46 % | 47 % | 46 % | 48 % | 46 % | 48 % | 47 % | 37 % | 39 % | 59 % | 40 % |
| Einsteiger:innen | 24 % | 28 % | 23 % | 17 % | 28 % | 33 % | 26 % | 17 % | 19 % | 30 % | 28 % |
Quellen
- American Psychological Association · 2025 Majority of U.S. Workers Say Job Insecurity Is Causing Stress (Studie „Work in America“)
- Compass Group · 2023 Global Eating at Work Survey
- Global Wellness Institute · 2026 Workplace Wellbeing Initiative Trends for 2026
- Hart, J. T. · 1971 The Inverse Care Law. The Lancet.
- Harvard Study of Adult Development, via Harvard Gazette · 2017 Over Nearly 80 Years, Harvard Study Has Been Showing How to Live a Healthy and Happy Life
- Kim, T. J., & von dem Knesebeck, O. · 2016 Perceived Job Insecurity, Unemployment and Depressive Symptoms: A Systematic Review and Meta-Analysis of Prospective Observational Studies. International Archives of Occupational and Environmental Health.
- Layoffs.fyi data, zitiert nach Gulf News · 2026 Tech Layoffs Near 154,000 in 2026 Amid AI Restructuring
- Merrill, R. M., et al. · 2012 Poor Employee Health Habits Drive Lost Productivity (BYU Study of Nearly 20,000 American Workers)
- Microsoft · 2025 Breaking Down the Infinite Workday (Work Trend Index)
- National Sleep Foundation / American Academy of Sleep Medicine Gemeinsame Erklärung
- RAND Corporation · 2016 Why Sleep Matters: The Economic Costs of Insufficient Sleep
- Sleep Health, journal of the National Sleep Foundation · 2023 Sleep Health (2023)
- U.S. Surgeon General · 2023 Our Epidemic of Loneliness and Isolation (Advisory)
- Weltwirtschaftsforum · 2025 The Future of Jobs Report 2025
Methodik
Wellhub hat die Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027 durchgeführt, um den aktuellen Stand des Wohlbefindens von Beschäftigten zu erfassen und zu untersuchen, wie gut betriebliche Benefit-Programme ihren Bedürfnissen gerecht werden.
Vom 12. bis 19. Juni 2026 hat das Meinungsforschungsinstitut QuestionPro mehr als 5.000 Vollzeitbeschäftigte online befragt. Die Stichprobe umfasste ausschließlich Personen ab 18 Jahren, die in den vergangenen drei Monaten in Vollzeit gearbeitet hatten.
Die Ergebnisse haben ein Konfidenzniveau von 95 % bei einer Fehlertoleranz von 5 %.
Die Umfrage umfasste 86 Fragen, darunter Likert-Skalen sowie Fragen mit Einfach- und Mehrfachauswahl. Einbezogen wurden folgende Länder: USA, Großbritannien, Brasilien, Argentinien, Chile, Spanien, Italien, Deutschland, Mexiko und Rumänien. Aus jedem Land liegen zwischen 500 und 505 Antworten vor.
Wo nötig, wurden Fragebögen und Antwortoptionen angepasst, damit sie die regional unterschiedliche Verfügbarkeit von Benefits widerspiegeln. Anhand eines kombinierten AI Fluency Scores aus drei Komponenten wurden die Befragten in drei KI-Nutzergruppen eingeteilt: Pionier:innen, Anwender:innen und Einsteiger:innen. Die erste Komponente erfasste die aktuelle Nutzung von KI-Tools wie ChatGPT, Copilot, Claude und Gemini. Die Skala reichte von „noch nie genutzt“ bis „nutzt KI täglich und coacht aktiv Kolleg:innen“ und wurde mit null bis drei Punkten bewertet. Die zweite Komponente erfasste die Unsicherheit der Befragten im Umgang mit KI, von „überfordert oder misstrauisch“ bis „vollkommen vertraut und selbstsicher im Umgang mit KI“. Auch hier wurden null bis drei Punkte vergeben, wobei weniger Unsicherheit mehr Punkte bedeutete. In der dritten Komponente sollten die Befragten neun Aussagen dazu bewerten, wie sie im Arbeitsalltag mit KI umgehen und wie sehr sie sich darauf verlassen. Je nach Zahl der zustimmenden Antworten wurden null bis drei Punkte vergeben.
Die drei Teilwerte ergeben zusammen eine Gesamtpunktzahl von null bis neun. Wer sieben bis neun Punkte erreicht, zählt zu den KI-Pionier:innen, wer vier bis sechs Punkte erreicht, zu den KI-Anwender:innen, und wer null bis drei Punkte erreicht, zu den KI-Einsteiger:innen. Alle nach diesen drei Gruppen aufgeschlüsselten Vergleiche zum Wohlbefinden in dieser Studie beruhen auf diesem Score.
Mitwirkende
Die Fachbeiträge und Kommentare in dieser Studie stammen von Mitgliedern des Wellhub US Advisory Board. Sie werden von Wellhub für ihre beratende Tätigkeit vergütet.