· Der Status von Work-Life-Wellbeing 2027
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Report-Cover: Der Status von Work-Life-Wellbeing 2027 — Warum Ihre KI-Strategie einen Human-First-Ansatz benötigt
Wellhub · 2026

Der Status von Work-Life-Wellbeing 2027

Warum Ihre KI-Strategie einen Human-First-Ansatz benötigt

Gleicher Job, gleiches Unternehmen, gleiche Erfahrung, und doch zwei völlig verschiedene Welten: Die eine Person blickt heute gelassener in die Zukunft als vor einem Jahr, die andere sorgt sich nachts um ihren Arbeitsplatz. Die 5. Wellhub-Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing zeigt: Rolle, Position und Branche geben längst nicht mehr den Ausschlag. Entscheidend ist, wie sicher jemand im Umgang mit KI geworden ist.

Eine Mitarbeitende, die an einem Laptop arbeitet

Naheliegend wäre die Erklärung, dass manche Menschen einfach technikaffiner sind. Die Daten zeichnen jedoch ein Bild, das für Arbeitgeber weniger schmeichelhaft ist: Wie sicher jemand mit KI umgeht, hängt direkt von der Unterstützung im Unternehmen ab. Wer Zeit, Schulungen und Rückhalt bekommt, fühlt sich sicherer und resilienter. Wer sich selbst überlassen bleibt, verliert den Anschluss. Gleichzeitig beschleunigt KI das Arbeitstempo, lässt die Grenzen des Arbeitstags verschwimmen und treibt die Erwartungen an das Arbeitspensum nach oben, schneller, als die meisten Unternehmen ihre Unterstützungsstrukturen anpassen können.

Genau diese Lücke zwischen technologischem Tempo und betrieblicher Unterstützung beleuchtet die Studie: Wer kann mithalten, wer erwägt einen Wechsel, und was unterscheidet beide Gruppen?

Die Kluft bei der KI-Kompetenz

Um diesen Wandel messbar zu machen, hat Wellhub 5.021 Vollzeitbeschäftigte in 10 Ländern befragt und den AI Fluency Score entwickelt. Der Index berücksichtigt, wie intensiv Beschäftigte KI nutzen, wie sicher sie sich im Umgang damit fühlen und wie sie ihre eigene KI-Kompetenz einschätzen. Auf dieser Grundlage teilt die Studie die Belegschaft in drei Gruppen ein: KI-Einsteiger:innen (26 %) haben KI-Tools noch nicht genutzt oder nur ausprobiert und fühlen sich im Umgang damit meist unsicher. KI-Anwender:innen (32 %) nutzen KI bereits regelmäßig, sind im Umgang damit aber noch nicht wirklich routiniert. KI-Pionier:innen (41 %) setzen KI fest in ihrem Arbeitsalltag ein und unterstützen dabei auch aktiv Kolleg:innen.

Die Belegschaft teilt sich in drei KI-Nutzergruppen auf

KI-Nutzergruppen unter den Beschäftigten, basierend auf der Wellhub-Studie zum Work-Life-Wellbeing 2027

Die Belegschaft teilt sich in drei KI-Nutzergruppen auf
KategorieWertHinweise
KI-Einsteiger:innen26 %haben KI-Tools noch nicht genutzt oder nur ausprobiert und fühlen sich im Umgang damit meist unsicher.
KI-Anwender:innen32 %nutzen KI bereits regelmäßig, sind im Umgang damit aber noch nicht wirklich routiniert.
KI-Pionier:innen41 %setzen KI als festen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit ein und unterstützen auch aktiv ihre Kolleg:innen dabei.
Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027. n = 5.021 Befragte.

KI-Kompetenz lässt inzwischen Rückschlüsse auf Burnout, Arbeitsplatzsicherheit und Resilienz zu: 53 % der Pionier:innen fühlen sich im Job sicherer als vor einem Jahr, bei den Einsteiger:innen sind es nur 22 %. Bei der Resilienz zeigt sich ein ähnliches Bild: 87 % der Beschäftigten, die sich für die Arbeit mit KI gut gerüstet fühlen, bezeichnen sich als resilient, bei denjenigen, die sich nicht gerüstet fühlen, sind es 45 %.

Pionier:innen tragen die größte Last

Gruppentraining

Von den erhofften Produktivitätsgewinnen durch KI profitieren Pionier:innen nur eingeschränkt: 24 % erleben täglich Burnout-Symptome, bei den KI-Einsteiger:innen sind es 16 %. 40 % sagen, dass KI ihr Arbeitspensum erhöht statt verringert hat, bei den Einsteiger:innen sind es 15 %.

Um diesen Druck auszugleichen, setzen Pionier:innen auf zwei Dinge: eigene Initiative und Rückhalt im Unternehmen. 41 % bauen mindestens einmal täglich eine Wellbeing-Aktivität in ihren Arbeitstag ein (Einsteiger:innen: 24 %). Zudem sagen 60 %, ihre Führungskraft fördere aktiv ihr Wohlbefinden, bei den KI-Einsteiger:innen sind es 31 %. Beides muss zusammenkommen: Selbst die besten Vorsätze scheitern am vollen Terminkalender, wenn Führungskräfte die nötigen Freiräume nicht verteidigen.

Unternehmen sollten dieses Durchhaltevermögen nicht mit Loyalität verwechseln. 83 % der Beschäftigten würden einen Wechsel erwägen, wenn sich ihr Arbeitgeber nicht um ihr Wohlbefinden kümmert. Nach Gruppen aufgeschlüsselt sind das 73 % der KI-Einsteiger:innen, 84 % der KI-Anwender:innen und 87 % der KI-Pionier:innen. Gute Arbeitsbedingungen sind also die Grundlage für Bindung, gerade bei den Fachkräften, auf die Unternehmen am meisten angewiesen sind.

Intensive KI-Nutzung geht mit mehr Burnout-Symptomen einher

Anteil der Beschäftigten, die täglich Burnout-Symptome erleben, nach KI-Nutzergruppe. Quelle: Wellhub-Studie zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027

Intensive KI-Nutzung geht mit mehr Burnout-Symptomen einher
KategorieWertHinweise
KI-Einsteiger:innen16 %erleben täglich Burnout-Symptome
KI-Anwender:innen22 %erleben täglich Burnout-Symptome
KI-Pionier:innen24 %erleben täglich Burnout-Symptome
Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027. n = 5.021 Befragte.

Wie Beschäftigte damit umgehen

Nur 55 % der Beschäftigten bewerten ihr allgemeines Wohlbefinden als gut oder sehr gut. Die einzelnen Säulen zeigen, wo im Arbeitsalltag Unterstützung fehlt: Am besten schneidet das körperliche Wohlbefinden mit 57 % ab, dicht gefolgt vom mentalen Wohlbefinden mit 56 %. Bei der Ernährung sinkt der Wert auf 42 %. Schlusslicht ist der Schlaf mit nur 35 %, die einzige Säule, die gegenüber dem Vorjahr (38 %) weiter zurückgeht. Ein Hauptgrund: Der Tag endet für viele immer später. 30 % der Beschäftigten berichten, dass lange Bildschirmzeiten ihren Schlaf beeinträchtigen, und dieser Anteil wächst seit 2025 Jahr für Jahr.

Anteil der Beschäftigten, die jede Säule mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerten

Segmentierung nach KI-Kompetenz

KI-Einsteiger:innenKI-Anwender:innenKI-Pionier:innen
Anteil der Beschäftigten, die jede Säule mit „gut“ oder „sehr gut“ bewerten
KategorieKI-Einsteiger:innenKI-Anwender:innenKI-Pionier:innen
Körperliches Wohlbefinden44 %53 %68 %
Mentales Wohlbefinden42 %52 %68 %
Ernährung28 %37 %55 %
Schlafgesundheit25 %33 %44 %
Wellhub, Der Status von Work-Life-Wellbeing 2027. Soziale Verbindung nicht aufgeführt: wird in der zugrundeliegenden Befragung nach anderen Kriterien erfasst (Interaktionshäufigkeit und Wunsch nach Verbindung statt der Einstufung als „gut/sehr gut“).
Ein Mann in einer gemütlich ausgeleuchteten Küche beim Zubereiten von frischem Gemüse

Beim zwischenmenschlichen Kontakt ist das Bild ein anderes. Bei Fitness, mentaler Gesundheit, Ernährung und Schlaf liegen die KI-Pionier:innen zwar vorn, beim Austausch mit Kolleg:innen aber verlieren sie am meisten: 48 % sagen, dass KI den persönlichen Kontakt im Team verringert hat, mehr als doppelt so viele wie bei den Einsteiger:innen (22 %). Eine kurze Rückfrage, Feedback zu Entwürfen, eine spontane Datenabfrage: Wofür man früher zum Schreibtisch nebenan ging, übernimmt heute die KI. Damit verschwinden auch die vielen kleinen Gespräche, die den Arbeitsalltag lebendig machen.

Wo im Alltag die Unterstützung fehlt

Ausgerechnet die Beschäftigten, die am meisten Unterstützung bräuchten, erhalten sie am seltensten. Was in der Medizin seit Jahrzehnten als „Inverse Care Law“ bekannt ist, zeigt sich auch in der Arbeitswelt. Drei Säulen wirken zwar nachweislich: offizielle KI-Regeln, Unterstützung durch Führungskräfte und Wellbeing-Programme, die zum Arbeitsalltag passen. Sie erreichen aber vor allem Beschäftigte, die ohnehin schon gefestigt sind. Das beginnt bei den Rahmenbedingungen: 34 % der Befragten sagen, dass es in ihrem Unternehmen keine verbindliche KI-Richtlinie gibt.

Und dort, wo Orientierung am nötigsten wäre, fehlt sie am häufigsten: 44 % der KI-Einsteiger:innen vermissen klare KI-Regeln im Unternehmen, bei den Pionier:innen sind es nur 26 %. Klare KI-Richtlinien schaffen vor allem eines: Sicherheit. In Unternehmen mit einer klaren, gut kommunizierten Richtlinie fühlen sich 77 % der Beschäftigten resilient und anpassungsfähig. Bei denjenigen, die nicht wissen, ob es überhaupt eine Richtlinie gibt, sind es nur 39 %.

Zwei Frauen in einem lichtdurchfluteten Büro bei einem zugewandten Beratungsgespräch

Bei der Unterstützung durch Führungskräfte ist es ähnlich: 60 % der KI-Pionier:innen fühlen sich von ihrer Führungskraft aktiv unterstützt, bei den Einsteiger:innen sind es nur 31 %. Führungskräfte, die selbst unter Druck stehen, müssen Prioritäten setzen, und ihre Aufmerksamkeit gilt vor allem Beschäftigten, die schwer zu ersetzen sind. Wer Unterstützung braucht, wird zwar nicht übersehen, bekommt aber meist weniger Rückhalt.

Besonders leidet darunter die dritte Säule: Nur 26 % der Beschäftigten bewerten das Wellbeing-Programm ihres Unternehmens in diesem Jahr als gut, nach 29 % im Vorjahr und 41 % vor zwei Jahren. Fast die Hälfte (46 %) sagt, dass im Arbeitsalltag schlicht Zeit und Raum fehlen, um die Angebote überhaupt zu nutzen. Ein Programm, für das keine Zeit bleibt, wird am Ende genauso bewertet wie eines, das nicht funktioniert.

Unterstützung durch den Arbeitgeber, nach KI-Nutzergruppe

Lücken bei KI-Richtlinien und Rückhalt durch Führungskräfte, nach KI-Nutzergruppe

KI-Einsteiger:innenKI-Anwender:innenKI-Pionier:innen
Unterstützung durch den Arbeitgeber, nach KI-Nutzergruppe
KategorieKI-Einsteiger:innenKI-Anwender:innenKI-Pionier:innenHinweise
Geben an, dass ihr Unternehmen keine formelle KI-Richtlinie hat44 %36 %26 %vermissen klare KI-Regeln im Unternehmen
fühlen sich von ihren Vorgesetzten aktiv unterstützt31 %42 %60 %geben an, dass ihre Führungskräfte ihr Wohlbefinden aktiv unterstützen
Wellhub, Der Status von Work-Life-Wellbeing 2027.

Der Wellhub-Effekt

Motivierte Gruppe beim Indoor-Cycling in einem lichtdurchfluteten Fitnessstudio.

Beschäftigte in Unternehmen mit Wellhub schneiden in allen gemessenen Bereichen besser ab als Beschäftigte mit anderen Wellbeing-Programmen. 67 % der Beschäftigten mit Wellhub bewerten ihr allgemeines Wohlbefinden als gut oder sehr gut, bei anderen Angeboten sind es 51 %. Besonders deutlich ist der Vorsprung dort, wo die größte Schwachstelle liegt: Beim Schlaf, der schwächsten der fünf Säulen, bezeichnen 55 % der Befragten mit Wellhub ihren Schlaf als gesund. Das sind fast doppelt so viele wie bei anderen Programmen (28 %).

Beschäftigte mit Wellhub schneiden in allen Säulen des Wohlbefindens besser ab

Sechs Fragen zu sechs verschiedenen Säulen des menschlichen Wohlbefindens – und Beschäftigte mit Wellhub erzielen in allen Bereichen bessere Ergebnisse.

Mit WellhubOhne Wellhub
Beschäftigte mit Wellhub schneiden in allen Säulen des Wohlbefindens besser ab
KategorieMit WellhubOhne Wellhub
Mentales Wohlbefinden: gut oder sehr gut68 %51 %
Körperliches Wohlbefinden: gut oder sehr gut69 %52 %
Fitness: fit oder sehr fit66 %42 %
Ernährung: gesund oder sehr gesund59 %36 %
Allgemeines Wohlbefinden: gut oder sehr gut67 %51 %
Schlaf: gesund oder sehr gesund55 %28 %
Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.

Eine einzige Wellhub-Mitgliedschaft deckt Fitness, Achtsamkeit, Ernährung und Schlaf ab, Unternehmen müssen sich also nicht für einzelne Schwerpunkte entscheiden. Dieselbe Mitgliedschaft funktioniert für jemanden, der nach Jahren zum ersten Mal wieder einen Kurs besucht, ebenso wie für jemanden, der fünfmal pro Woche trainiert. Die Beschäftigten spüren das: 71 % in Unternehmen mit Wellhub sagen, dass Wellbeing fest in der Unternehmenskultur verankert ist, bei anderen Programmen sind es 32 %. Das ist der größte Unterschied aller Werte in diesem Jahr. Auch im Arbeitsalltag zeigt sich das: 76 % fühlen sich in der Lage, sich dem Tempo des Wandels anzupassen (gegenüber 57 % bei einem anderen Programm), und 70 % sind bei der Arbeit zufrieden (gegenüber 43 %). Das ist der Wellhub-Effekt.

Kultur, Resilienz und Zufriedenheit zeigen dasselbe Bild

Arbeitsumfelder, die echte Unterstützung bieten, sind auch diejenigen, in denen Beschäftigte Veränderungen bewältigen können, ohne daran zu zerbrechen – und tatsächlich jeden Tag gerne zur Arbeit kommen.

Mit WellhubOhne Wellhub
Kultur, Resilienz und Zufriedenheit zeigen dasselbe Bild
KategorieMit WellhubOhne Wellhub
Geben an, dass Wellbeing fest in der Unternehmenskultur verankert ist71 %32 %
Fühlen sich in der Lage, sich dem Tempo der Veränderungen bei der Arbeit anzupassen76 %57 %
Sind zufrieden oder sehr zufrieden in ihrem Unternehmen70 %43 %
Wellhub-Umfrage zum Status von Work-Life-Wellbeing 2027.

Fazit

Die Technologien am Arbeitsplatz haben sich in den vergangenen drei Jahren stärker verändert als in den dreißig Jahren davor. Die Grundbedürfnisse der Menschen haben sich dagegen nicht verändert: Schlaf, Bewegung, Ernährung und Miteinander bleiben unverzichtbar, gerade jetzt, da KI den Arbeitsalltag grundlegend umgestaltet. Gestärkt aus diesem Wandel gehen nicht die Unternehmen hervor, die KI am schnellsten eingeführt haben, sondern die, die die Menschen, die KI einführen, aktiv unterstützt haben.